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27.07.2010 00:00 Alter: 12 Monat(e)
Kategorien: Lebensstil

Von Mädesüß bis Verbene in der Stahlmühle


Foto von Aspe Rosenberg und Utz Schoris. Das Moussetörtchen ist umringt von einem Tellergemälde aus Fruchtmark. Diese leckeren Kunstwerke zaubert Kerstin Fried.

© Aspe Rosenberg/Utz Schoris

Ein Postkartenidyll würden es manche nennen. Schon die Fahrt dorthin führt uns durch eine Gegend, die nicht das Geringste mit der Hektik großstädtischen Treibens zu tun hat und je mehr wir uns der Stahlmühle nähern, desto weiter lassen wir den hypertonischen Pulsschlag der urbanen Zentren hinter uns zurück, bis er schließlich völlig verschwunden ist. Es ist nicht nur eine andere Gegend, es scheint zudem eine andere Zeit zu sein, der wir uns mit jedem Kilometer nähern.

Und auch drinnen, im Restaurant selbst, kommt es uns vor, als sei die Zeit stehen geblieben. Die Tische sind einladend gedeckt; die leise Barockmusik im Hintergrund vermittelt noch mehr eine Stimmung der Ruhe und Kerstin Fried, die Hausherrin, empfängt uns, als wären wir eher gute Bekannte, fast Freunde, als Gäste, während  ihr Mann, Hans Peter Fried, die Küche als sein Metier auserwählt hat.

Er, der seine Erfahrungen in verschiedenen Steigenberger-Hotels, in Restaurants in der Schweiz oder beim Kochen für die VIPs am Nürburgring unter Beweis stellen konnte, zeigte Mut, als er zusammen mit seiner Frau Kerstin, einer Hotelfachfrau, die Stahlmühle übernahm und sie schon nach kurzer Zeit in den Adel des Gault Millau erhob.

So bieten er und seine Frau heute, neben feinen Menüs, in der Stahlmühle für gestresste Städter auch Kurzwochenenden im beschaulichen Laubustal. Und vielleicht kann man an einem solchen Wochenende bei einer Wanderung an einem Bachufer Hans Peter Fried entdecken, wie er für eines seiner köstlichen Sorbets Mädesüß sammelt.

Wir bleiben heute nur zum Abendessen und in einer solch entspannten Atmosphäre ist unsere Wahl schnell getroffen. Als Willkommensaperitif scheint uns der Winzersekt mit selbst gemachtem Holunderbeerensaft das passende Intro und wir behalten Recht.

Ein frischer Salat mit Rotbarbenfilets und ein anderer mit gebratenem Lachstatar sollen es sein, eine gekonnte Ouvertüre zu den ihnen folgenden Hauptgerichten. Das leckere, würzige Brot überrascht uns. Wir haken nach und erfahren, dass auch dies selbst gemacht ist. Chapeau!

Das Medaillon vom Salzwiesenlamm ist kross und saftig und dabei so zart in seiner schützenden Kräuterkruste, dass es sogar mit der Gabel geteilt werden könnte. Bei dem kräftigen Geschmack der Rosmarinjus halten sich Gemüsebouquet aus Spinat, Karotten und Kaiserschoten ebenso dezent zurück, wie die schaumigen Herzoginkartoffeln.

Bei der anderen Hauptspeise sind das feine Aroma des Loup de Mer und die fruchtige Zitronengrassauce das zweite Traumpaar des heutigen Abends und wir die dankbaren Gäste.

Das Dessert, dem wir heute Abend die Höchstnote geben wollen, verdient es, hier als Rezept abgedruckt zu werden. (Die wunderschönen Tellergemälde aus Fruchtmark stammen übrigens von Kerstin Fried.)

Moussetörtchen von Zwetschge und weißer Schokolade mit Zitronenverbene-Sorbet

Weißes Mousse: 100 g weiße Kuvertüre, 1 Ei, 1 Blatt Gelatine, 250 g geschlagene Sahne, 1 cl Grand Marnier

Kuvertüre im Wasserbad auflösen. Das Ei über Dampf schaumig schlagen und die vorher eingeweichte und ausgedrückte Gelatine in der aufgeschlagenen, noch warmen Masse auflösen. Anschließend kalt rühren. Die Kuvertüre zum Eischaum geben und glatt rühren. Grand Marnier und die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben. Die Masse in Förmchen (halbvoll) füllen. Kalt stellen.

Zwetschgenmousse: 200g Zwetschgenkonfitüre (oder 200 g Zwetschgen und 80g Puderzucker), Zitronensaft, 250 g geschlagene Sahne, 30 g heiße Butter, 3 Blatt Gelatine, etwas Vanille und Rum

2 Esslöffel der Zwetschgenkonfitüre erwärmen (oder Zwetschgen mit Zitronensaft und Puderzucker mixen und kurz aufkochen) und die eingeweichte Gelatine darin auflösen. Mit der restlichen Konfitüre mischen. Die heiße Butter, Rum und Vanille langsam hinzugeben. Die geschlagene Sahne vorsichtig mit der abgekühlten Zwetschgencreme mischen.
Nun die halbvollen Förmchen vollständig mit der Mousse füllen und mit einem vorher ausgestochenen Biskuitdeckel abdecken. Mindestens 3 Stunden kalt stellen. Kurz vor dem Servieren Form in heißes Wasser halten und Mousse stürzen. Mit einem Deckel aus feinem Marzipan abdecken.

Zitronensorbet (gekauft oder in der Eismaschine selbst gemacht)
mit fein geschnittener Zitronenverbene verfeinern.

In der Stahlmühle im Taunus ist eine Reservierung erforderlich: www.stahlmuehle.de

Text: Aspe Rosenberg und Utz Schoris

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