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Bengalische Feuer auf der Zunge in der Domäne  >
20.07.2010 00:00 Alter: 12 Monat(e)
Kategorien: Lebensstil

Knackig, frisch und voller Power


Wildkräuterexpertin Dorisa Winkenbach

© Dorisa Winkenbach

"Wo wächst den das Kraut und wie sieht es denn aus, was da so gut schmeckt?" Mit dieser Frage konfrontiert, fing ich 1992 an, interessierte Menschen durch die freie Natur zu führen und zu zeigen, was da so alles, als "Unkraut" wächst. Ohne unser Zutun wächst es und das seit UR-Zeiten, wenn wir ihm nur den Raum dazu lassen. Fast jeder kennt Brennnesseln, hat sich wahrscheinlich schon mal heftig "verbrannt". Ob diejenigen auch wissen wie unglaublich hoch der Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in diesem wilden Kraut ist? Oder der Löwenzahn, die Sonnenblume des Frühlings. Ja, ja, irgendwie ist der sehr gesund, höre ich manchmal. Seinen deutschen Namen hat er bekommen, wegen seiner gezackten Blätter und seiner "Löwenmähne", der Blüte. Die Franzosen lieben ihn und nennen ihn Pis´en lit, was soviel heißt, wie Piss´ins Bett. Da steckt schon etwas von seiner Heilkraft drinnen. Er regt die Nieren- und Gallentätigkeit an und sorgt dafür, dass man häufiger zur Toilette muss.

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie liebt mich..., dass dieses alte Orakelspiel zum Gänseblümchen gehört, wussten Sie sicher. Selbst im Internet ist es zu finden. Seine ausdauernde, widerstandsfähige Lebenskraft ist zum Symbol geworden. Das Gänseblümchen, auch Maßliebchen genannt, steht in der Blumenorakelsprache für ausdauernde, maßvolle Liebe. Nehmen Sie sich Zeit und studieren Sie einmal ein einziges Gänseblümchen, am Besten mit einer Lupe. Erstaunliches werden Sie finden und eine Gänseblümchenwiese mit neuen Augen ansehen. Im Mittelalter sollte es per Verordnung ausgerottet werden. Dem widerstand es. Kein Wunder also, das es sich hierbei um eine kräftige Heilpflanze handelt, die, auf dem Teller beim Salat serviert auch noch schön aussieht und schmeckt. Gesundheitsvorsorge, auf den Teller dressiert!

Da wäre dann noch der Giersch, botanische Bezeichnung: Aegopodium podagraria. Podagra= Fußgicht, na ja und soweit liegt dann Gicht und Giersch auch nicht auseinander. Heute ist bekannt, dass Giersch ein super Generalreiniger ist. Er löst Ablagerungen und Schlacken, die dann, mit ausreichend Quellwasser aus Tiefbrunnen ausgespült werden können. Er ist also auch ein Entsäuerungsmittel. Selbst äußerlich angewendet, als Kompresse hilft er prima. Am besten aber schmecken die jungen Triebe roh im Salat, Butter, Quark oder zu Tomaten.

Die Wiederentdeckung der Wildpflanzen, des Naturaromas, ihre Verwendung als kulinarische, genussvolle Gesundheitsvorsorge vielen Menschen zu ermöglichen, ist die Basis meiner Arbeit. In Wildkräuterexkursionen, die von Frühjahr bis Spätherbst stattfinden, streife ich mit den Gruppen durch die Wildnis und lade ein, Bekanntschaft zu machen mit den Geschenken der Natur.
Meine Wildkräuterexkursionen führen mich  quer durch Hessen, aber auch über Hessens Grenzen hinaus. Die Pflanzenwelt in Andalusien ist mir so vertraut geworden, wie die im Elsass oder die im Wienerwald.

Eine abwechslungsreiche, spannende Arbeit, die im Kreis Bergstraße/Odenwald ihren Anfang nahm und mich in den Taunus, den Vogelsberg, in die Pfalz und ins hessische Ried führt, aber auch in große Städte wie Frankfurt, Mannheim, Wiesbaden. Sehr speziell ist mein Bezug zu Thüringen. Als DIE traditionelle Kräuterregion Deutschlands war sie für mich Impulsgeber, so zu sagen einen Kulturaustausch von Ost nach West vorzunehmen. Bald nach der Zusammenführung der beiden deutschen Staaten kam es zu Besuchen in Großbreitenbach, der Partnergemeinde von Mörlenbach/Odenwald, meinem damaligen Wohnort. Inspiriert von den Kräuteraktivitäten dort initiierte ich mit Unterstützung des Mörlenbacher Bürgermeisters Lothar Knopf 1998 erstmals die Veranstaltung NATUR PUR - Kräuterbotschaften in Mörlenbach. Im Jahr darauf folgten die 1. Weschnitztaler Kräuterwochen.

Das Kräuterland Odenwald war geboren. Heute finden die Kräuterwochen mit Unterstützung des Landrates Matthias Wilkes, als Kräuterwochen im Nibelungenland im gesamten Kreis Bergstraße statt. Im Vogelsberg sind die Vogelsberger Kräutertage entstanden, im Taunus die Schlangenbader Kräutertage. Der Anfang einer hessischen Kräuterspur ist gelegt, eine Vernetzung aller hessischen Kräutertage und Märkte geplant.

Kontakt: 0611-1747270

Newsletteranmeldung unter: artemis@winkenbach.net
Weitere Informationen, Termine, Referenzen finden Sie unter: www.winkenbach.net
 

Text: Dorisa Winkenbach

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