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25.07.2010 00:00 Alter: 12 Monat(e)
Kategorien: Lebensstil

Kaffeeprobe in der Koblenzer Altstadt


Kaffeerösterei Nero in der der Koblenzer Altstadt, Gastraum

© Kaffeerösterei Nero

Kaffeerösterei Nero in der der Koblenzer Altstadt, Nostalgie und Moderne

© Kaffeerösterei Nero

Evelyn Becker stammt aus Hamburg, dem Hauptumschlagsplatz von Kaffee. Wen wundert es da, dass sie nun seit fast zwei Jahren von Säcken mit Kaffeebohnen, ihrem selbst gerösteten Kaffee und vielen Utensilien rund ums Aufbrühen des köstlichen Getränks nicht nur träumt, sondern tatsächlich umgeben ist. Doch lag das letztendlich weniger an ihrem Herkunftsort, als viel mehr an der Tatsache, dass der handelsübliche, wenig geschmacksintensive Kaffee ihr immer mehr die Freude am Genuss nahm. Sie griff selbst zur Röstmaschine. Nahezu zehn Jahre beschäftigt sie sich nun schon mit Anbaugebieten, Sorten und Röstmaschinen der grünen Bohnen, kennt die Qualitätsmerkmale, die besten Rohkaffeeimporteure und Röstverfahren. Als in der Koblenzer Altstadt ein Haus saniert wurde, war ihr und zwei Teilhabern klar: Das ist unsere Kaffeerösterei.

Das schmale Haus in der Kornpfortstraße, nicht weit von der Flussmündung Rhein und Mosel entfernt, ist eines der ältesten in der Altstadt. Es stand lange leer und war extrem baufällig, bevor es für seine neue Bestimmung entdeckt wurde. Nicht jedes Projekt hätte dort in dem langgestreckten Raum mit nur circa 42 Quadratmetern seine Bestimmung gefunden. Für die Kaffeerösterei Nero bietet er aber genau die passende Umgebung. Mit viel Gefühl für Raumgestaltung wurde hier auf Stil und Nutzung geachtet. Es entstand ein beliebter Treffpunkt für Kaffeeliebhaberinnen und –liebhaber, die hier ihren Lieblingskaffee trinken oder mit nach Hause nehmen können.

Die Charakterisierung von über 20 sortenreinen Kaffees ist auf den polierten Behältern mit ihren goldglänzenden Schütten nachzulesen. Interessierte erhalten ebenfalls den Hinweis auf die Herkunftsregion. Hier finden sich wahre Kaffeeraritäten: Jamaica Blue Mountain (bekannt als "der beste Kaffee der Welt"), Hawaii Kona extra fancy, Vilcabamba aus dem Tal der Hundertjährigen (Ecuador) und Australian Skybury.  Im häufigen Wechsel stellt sich mit Fotostrecken und Informationsmaterial ein besonderer Kaffee vor.

Entlang des Verkaufsraums lagern die typischen Jutesäcke mit dem Rohkaffee. Greift man hinein, glaubt man Getreide in der Hand zu halten. Auch der Geruch erinnert an frisch geernteten Weizen oder Roggen. Am Ende des  Raums thront die mit Gas betriebene Röstmaschine, die für die Farbe, den Röstungsgrad, den Geschmack und den Duft der dunkelbraunen Kaffeebohnen verantwortlich ist. Die schonende Langzeitröstung braucht in der Trommel etwa 20 Minuten. Der Geschmack der unterschiedlichen Kaffeesorten variiert von mild bis kräftig, von nussig bis fruchtig oder auch schokoladig. Alternativ können auch Bio-Trinkschokolade (im Sortiment sind zur Zeit 7 verschiedene Bio-Trinkschokoladen sowie vier weitere) oder -Tee, zur Zeit 21 Sorten, bestellt werden – sowieso reicht das Angebot über die Getränke hinaus zu feinen Schokoladen, ökologisch angebauten edlen Weinen und Spirituosen bis zum Kaffeezubehör wie Espressomaschinen, Kaffeemühlen oder der ganz besonderen Bayreuther Kaffeemaschine, einer Hommage an die Slowfood-Bewegung. Dieser außergewöhnliche Kaffeebereiter zelebriert nämlich das Kaffeetrinken zur Zeremonie, weit entfernt von den heute üblichen "Coffee-to-go"-Pappbechern.

Bei der Bewirtung können sich auch diejenigen, die mit Allergien zu kämpfen haben, auf die Empfehlungen von Evelyn Becker verlassen. Wahlweise werden Sojamilch oder lactosefreie Milch, Kaffee & Espresso entcoffeiniert ebenso wie Kuchen mit Mandeln statt mit Nüssen für Allergikerinnen und Allergiker angeboten.

(Ein Geschmackserlebnis ist ein Chai Latte, bei Nero ein indischer Gewürztee mit Espresso und aufgeschäumter Milch.)

KAFFEE DES MONATS
Vilcabamba (Ecuador), Spitzenkaffee aus dem "Tal der Hundertjährigen",
vollmundig, harmonisch, schokoladig.

Der Vilcabamba ist ein limitierter Hochlandkaffee aus den ecuadorianischen Anden. Angebaut wird er von Kleinbauern im so genannten "Tal der Hundertjährigen", einer Region mit einer auffällig hohen Konzentration an Menschen über 100 Jahren. Dieser Arabica Kaffee wird am südöstlichen Zipfel von Ecuador auf durchschnittlich 1500m Höhe angebaut. Die Ernte erfolgt in den Monaten Mai-Juli, wobei es wetterbedingt immer zu Verschiebungen kommen kann.

Auffällig sind beim Vilcabamba die leicht schokoladigen Aromen. In der Tasse hat er einen schönen mittleren Körper und ist, obwohl sehr komplex, unglaublich ausgewogen. Dieser Kaffee ist für alle Filter- und Aufgusszubereitungen sowie für Vollautomaten bestens geeignet.

Kaffeeseminare

Für alle, die mehr über Kaffee erfahren wollen, werden Seminare angeboten, die für Gruppen auch zu individuellen Terminen vereinbart werden können. Die 90-minütigen Seminare vermitteln, wie und wo Kaffee angebaut, wie er geerntet, aufbereitet, geröstet und verkostet wird. Nach der theoretischen Einführung nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem professionellen "Cupping", der Kaffeeprobe, teil, bei dem unterschiedliche Kaffeesorten aus verschiedenen Ländern verkostet werden. Sie lernen Kaffee zu beschreiben und vom Geschmack her einzuordnen.

K A F F E E S E M I N A R
"Vom Kaffeegenießer zum Kaffeekenner" Ein geschmackliches Erlebnis, das sich lohnt! Die Samstage: 14.8., 4.9., 16.10. und 13.11.2010, jeweils 17.30 Uhr, individuelle Seminartermine nach Vereinbarung (für Gruppen von 6-10 Personen), Dauer:  ca. 90 Minuten, Kosten:  20,- €  je Teilnehmerin / Teilnehmer

Mehr über die Koblenzer Kaffeerösterei: http://www.kaffeeroesterei-nero.de

Text: Sonja Lehnert

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