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25.07.2010 00:00 Alter: 12 Monat(e)
Kategorien: Lebensstil

Eine Erkundung des nordpfälzischen Berglandes


Hinter den Mauern des ehemaligen Weingutes versteckt sich das einzigartige "Überraschungszimmer".

Hinter den Mauern des ehemaligen Weingutes versteckt sich das einzigartige "Überraschungszimmer", © Volxheimer Hof

Fenster zum Bad im sogenannten "Fensterzimmer".

Fenster zum Bad im sogenannten "Fensterzimmer", © Volxheimer Hof

Als würden die Wellen gegen den Bug des "Atlantikzimmers" schlagen.

Als würden die Wellen gegen den Bug des "Atlantikzimmers" schlagen, © Volxheimer Hof

Unglaubliche Flugobjekte im "Römerzimmer".

Unglaubliche Flugobjekte im "Römerzimmer", © Volxheimer Hof

Sowohl die Kunst- als auch die Weinfreunde und –freundinnen können in Volxheim, einem kleinen Winzerort in der Rheinhessischen Schweiz, aus dem Vollen schöpfen. Neugierige finden in einem ehemaligen Schulgebäude, das zum Gästehaus umgebaut wurde, außergewöhnliche Gastfreundschaft neben ganz besonderem Interieur – ebenso originell wie einladend.

1993 wurde das alte Schulhaus von seinem jetzigen Besitzer gefunden (s. Artikel: Wer ist Bruno K.?). Der Künstler, Handwerker, Architekt, Designer, Erfinder und Grundstockleger für die besondere Wahrnehmung von Kunst und Kultur, Bruno K., übernahm den Gebäudekomplex im Herzen Volxheims und gestaltete ihn zu Atelier- und Ausstellungsflächen um. Ein wichtiger Pfeiler all der unterschiedlichen Projekte und Kulturveranstaltungen, die im Volxheimer Hof stattfinden, ist das Gästehaus. Silvia Schmidt führt es seit April 2009 umsichtig und liebevoll, so dass sich jeder einzelne Gast willkommen geheißen und umsorgt fühlt. Ab Juli übernimmt die Hotelfachfrau Sabine Müller, die Tochter des Volxheimer Bio-Winzers (s.u.) das Gästehaus.

Die Gäste betreten das Haus über einen kleinen Innenhof und gelangen sogleich in das imposante Treppenhaus. Warm leuchtende Holzstiegen führen an den einzigartig gestalteten und eingerichteten sieben Zimmern hinauf bis unters Dach. Jedes Zimmer hat einen besonderen Namen, der zum Programm bei der Gestaltung wurde. Es beginnt beim Turmzimmer, das nicht etwa das höchst gelegene ist. Nein, allein die Zinnen und Türme des Raums legen Burgfräulein-Ambitionen nahe. Das Fensterzimmer verfügt nicht über die vielleicht erwartete Glasfront mit Aussicht. Den Namen erhielt es von einem lange und gut gehegten alten Fenster, das Bade- und Schlafzimmer miteinander verbindet. Nach der Hälfte der Stiege gelangt man in den Seminar- bzw. Aufenthaltsraum, eingefasst mit einem Kiesbett, dominiert von einem mächtigen Tisch, der natürlich zum Arbeiten aber auch zum Spielen einlädt – je nach Laune seiner Besucher und Besucherinnen.

Möchte man sich gerne einmal alleine zurückziehen, vielleicht bestückt mit dem Laptop zum Arbeiten oder einer Bücherkiste zum Schmökern oder einfach nur, um mit sich selbst ins Reine zu kommen, bucht man am besten das Kafkazimmer, ein Studierzimmer von altem Schlag und großer Klarheit. Das Atlantikzimmer erfrischt wie eine Meeresbrise und verfügt neben einem Bullauge noch dazu über einen Tisch ohne Beine und für heiße Sommerwinde unverzichtbare Zinkjalousien.

Wer an Schlaflosigkeit leidet, findet im Römerzimmer Unterhaltung für viele Nächte. Hier ist scheinbar das Schlachtgetümmel zu hören, steigen denkwürdige Flugobjekte gen Himmel, klirren Ketten und rollt gar das Bett als Streitwagen durch die Schlacht. Schon mit Dachschräge und Blick auf die stattliche Kastanie im Hof ist der Shakerroom für drei Freunde oder Freundinnen, aber auch die Kleinfamilie ein Refugium nach der klaren Struktur der Shakerphilosophie. Nicht ohne die ein oder andere liebevolle Randnotiz wie beispielsweise die Glasscheibe zur Toilette. Und um schließlich endgültig seine Zelte im Volxheimer Hof, auch für einen längeren Zeitraum oder mit der ganzen Familie, aufzuschlagen, bietet das Achterndeck im Giebel des Hauses ein Nest der Behaglichkeit.

Gästehaus im Volxheimer Hof

Inhaberin:
Silvia Schmidt
Obergasse 5
55546 Volxheim
Tel.: 06703 – 4814
Fax.: 06703 – 305002
info@VolxheimerHof.de

Die Preise
Einzelzimmer  47,-/52,- EUR.
Doppelzimmer 69,- EUR.
ab 2 Übernachtungen 
Einzelzimmer  42,-/47,- EUR.
Doppelzimmer 64,- EUR.
ab 7 Übernachtungen 
Einzelzimmer  34,-/39,- EUR.
Doppelzimmer 58,- EUR.


Alle Zimmer sind mit Dusche/Bad und WC ausgestattet.
Die aufgeführten Preise gelten pro Zimmer inklusive Frühstücksbuffet.
Nach § 19 UStG Kleinunternehmerregelung gelten alle aufgeführten Preise ohne die ausgewiesene Umsatzsteuer.
Kartenzahlung ist aus technischen Gründen zur Zeit nicht möglich.

Eine rheinhessische Erlebniswelt

Bevor die Wanderungen, Besichtigungen und Weinproben beginnen, ist es ratsam, auf der Eckbank in der einladenden Küche des Hauses Platz zu nehmen und sich für einen erlebnisreichen Tag zu stärken. Zu welcher Uhrzeit es die Köstlichkeiten wie Joghurt mit frischem Obst, Kuchen und Marmeladen aus eigener Herstellung oder das Sonntagsei gibt, wird immer neu besprochen. Und dann bleibt Zeit, am großen Tisch die anderen Gäste kennenzulernen und das ein oder andere Highlight der Region zu verraten oder zu erfahren. Vielleicht steht dann als erstes ja auch eine Führung des Hausherrn durch das umfangreiche Privatmuseum über alle Ebenen der Gebäude an, vom Keller bis zur Spitze des Holzturms, den Bruno K. als seinen Aussichtsturm errichtete, um von ganz oben den Blick frei über die Gemeinde schweifen lassen zu können. Es ist ratsam, dafür viel Zeit einzuplanen, denn die Entdeckungsreise führt in weit entfernte Welten, aus denen zurückzukehren nicht leicht fällt.

Doch dann geht es hinaus in die Natur. Um gleich allen Irrtümern vorzubeugen, handelt es sich bei Rheinhessen nicht um eine hessische Region. Vielmehr zählt das berühmte Weinanbaugebiet zu Rheinland-Pfalz. Der Name hat mit der Zugehörigkeit zum einstigen Großherzogtum Hessen-Darmstadt zu tun. Das linksrheinische Gebiet zwischen Mainz, Worms und Bingen ist eine der traditionsreichsten Weinregionen Deutschlands. Schon die Römer haben hier Wein angebaut. Was läge also näher, als sich zur Weinprobe bei einem der Weingüter der Gegend anzumelden. Mehr als 6.000 Winzer sind es, die pro Jahr rund 2,5 Mio. Hektoliter Wein aus ca. 120 Mio. Rebstöcken produzieren.

Die Weine der Rheinhessischen Schweiz sind bekannt für ihr volles, ausgereiftes Bukett und ihren fruchtigen Geschmack. Ob es sich um einen eleganten Riesling, fruchtigen Silvaner, spritzigen Müller-Thurgau (Rivaner) oder feinen Grauen Burgunder handelt. Edle Trockenbeerenauslesen und Eisweine gibt es natürlich auch. Und wer Rotweine liebt, kommt bei einem leichten blauen Portugieser, kräftigen Dornfelder und samtigen Spätburgunder auf seine Kosten. Winzersekt, Trauben- und Tresterbrände, Traubenlikör, Weinbergspfirsich, feiner Essig, Traubenkernöl und viele weitere Produkte runden das Angebot ab.

Hier können Besucherinnen und Besucher etwas lernen

Die ökologisch arbeitende Winzerfamilie Müller lädt zu zahlreichen Veranstaltungen teils mit Event-, teils mit Seminar-Charakter auf ihr Weingut Brühler Hof ein. Auch Kindergarten-Gruppen, Berufsschulklassen, sowie Teilnehmer von Berufs-Orientierungskursen nehmen diese Informations-Möglichkeit nach vorheriger Terminabsprache gerne wahr. Das Weingut gehört zu EcoVin Nahe und wurde 1990 von Hans-Peter Müller auf ökologischen Weinbau umgestellt. In der Qualitäts-Philosophie der Winzerfamilie nimmt die Handarbeit einen hohen Stellenwert ein. So werden Rebschnitt, Entblätterungs- und Ertragsregulierungs-Maßnahmen ausschließlich von Hand erledigt. Zu 100 % von Hand geerntetes und selektiertes Lesegut bilden eine weitere Voraussetzung für beste Qualität und Bekömmlichkeit der Brühler Hof Weine. Diese „Handarbeit“ erfordert viele Hände: Interessierte Kunden, Studenten und Schüler helfen, die Weinlese zu bewältigen. Außerdem zählen ein Winzer-Lehrling sowie zwei Jugendliche im „Freiwilligen Ökologischen Jahr“ zum Team.

Termine zum Vormerken:

Sommernacht im Weinberg Sa. / So. zwischen 17.07. u. 15.08.2010

17.00 - 18.00 Kleine Kellerführung
18.00 - 19.00 Wanderung zum Wingert
19.00 - 24.00 Grillen am Lagerfeuer
2.00 - 6.00 Schlaf unter den Reben
9.00 - 12.00 Frühstück im Brühler Hof

Preis: 15.- € Terminierung erfolgt zeitnah
per e-Mail an registrierte Interessenten!

Pergel-Wanderung 19. September

Eine vergnügliche Weinbergswanderung.
11.00 - 13.00 Volxheimer Geschichte(n)
13.00 - 14.00 Mittagessen im Weinberg
14.00 - 16.00 Wanderung durch die Reben
16.00 - 17.00 Betriebsbesichtigung
17.00 - 18.00 Wein- u. Sektverkostung

Preis: 15.- € / Anmeldung erforderlich!

Weinlese für Neugierige 2. Oktober

Weinlese einmal live erleben, mit vielen Informationen über das Weinwerden.
9.00 - 9.30 Fahrt zum Weinberg
9.30 - 13.00 Weinlese mit Vesperpause
13.00 - 14.30 Herbstessen im Weinberg
14.30 - 16.00 Weinlese
16.00 - 18.30 Keltern, Probe, Essen
Preis: 15.- € / Anmeldung erforderlich!

Bio-Glühwei(h)n-Nacht mit Jungweinprobe 4. Dezember

17.00 - 24.00 Weinstand im Fackelschein
Beheizter Probier-Raum
Dia-Schau: Bio-Weinbau
18.00 - 23.00 Kellerführungen mit Verkostung des 2010er
Speisen: Kürbissuppe, Chili con Carne
Weihnachts-Gebäck
Getränke: Glühwein, Punsch, Wein,
neue Weine bei Kellerführung

Weinempfehlung

Das Weingut Brühler Hof bietet neben den einjährig im Holzfass gereiften Rotweinen, lebendige Weißweine und Winzersekte mit viel Frucht, sowie Winzer-Essig und Balsamico aus eigenen Trauben und Morio-Muskat Traubenbrand. Die Weinempfehlung für den Monat Juni hieß 2009er Rosé Qualitätswein trocken, mit milder Fruchtsäure und den typischen Aromen nach roten Beeren. Er ist gut gekühlt ein vorzüglicher Tischwein und idealer Terrassenwein, der gerade beim ECOWinner-Wettbewerb einen dritten Platz errungen hat.

Vorschläge für nachhaltig verbrachte, freie Zeit

Von Sehenswürdigkeiten wie Ruinen, Schlössern und Trulli (Schutzhütten in den Weinbergen) bis zu Aktivitäten in der Natur wie Wandern, Walken, Radfahren oder Golf spielen, steht eine große Palette an Möglichkeiten bereit, freie Zeit mit viel Spaß zu verbringen. Kulturinteressierte finden von Musik über Theater bis zum kompletten Kultursommer ein großes Angebot. Und wen das Wissen um die heilende Kraft der Kräuter reizt, wandert auf Hildegard von Bingens Spuren heimischen Kräutern und Wildpflanzen nach.

Weiterführende Links:

www.volxheimerhof.de

www.bruehler-hof.de 
www.rheinhessische-schweiz.org/html/aktiv_im_urlaub.html   
www.rheinhessische-schweiz.org/html/kneippen___kuren.html
www.bellakultura.de
www.rheinhessen.info
www.bluesimhof.de
www.kultursommer.de
www.kraeuter-hexen.de
www.kraeuterschule-herbula.com
www.weingutmann.de

Text: Sonja Lehnert 

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