...  Lebensstil
Tabularasa Tipps von "Farbenfreundin" >
< Essen Sie sich gesund
17.02.2015 00:00 Alter: 3 Monat(e)
Kategorien: Lebensstil

Bio-Gemüse Marke Eigenanbau auf einem stadtnahen Acker mit Gleichgesinnten

Am Freitag, dem 6. März um 18 Uhr findet auf dem Hof Kötter in Frankfurt Nieder-Erlenbach der kostenlose Workshop „Startklar für den Gemüsegarten“ von meine ernte statt. Von den Garten-Pionieren der Miet-Gemüsegärten gibt es wertvolle Tipps und Tricks zur Gartenjahrplanung 2015. Ort: Hof Kötter, Alt-Erlenbach 30 in 60437 Frankfurt Nieder-Erlenbach


Jede Gartenparzelle wird mit dem persönlichen Wunschnamen beschriftet.

Jede Gartenparzelle wird mit dem persönlichen Wunschnamen beschriftet. © Dörthe Krohn

Die "meine ernte"-Fläche auf dem Scholzenhof.

Die "meine ernte"-Fläche auf dem Scholzenhof. © Dörthe Krohn

Damit man im Frühjahr weiß, was in welcher Reihe im Boden keimt und auch zur Erntezeit wiedererkennt, um welches Gemüse es sich handelt, gibt es für jede Sorte ein Schildchen.

Damit man im Frühjahr weiß, was in welcher Reihe im Boden keimt und auch zur Erntezeit wiedererkennt, um welches Gemüse es sich handelt, gibt es für jede Sorte ein Schildchen. © Dörthe Krohn

Erntezeit 2011.

Erntezeit 2011. © Dörthe Krohn

Im Bauwagen stehen Gartengeräte bereit und hängen Tipps und Tricks für HobbygärtnerInnen aus.

Im Bauwagen stehen Gartengeräte bereit und hängen Tipps und Tricks für HobbygärtnerInnen aus. © Dörthe Krohn

Blick über die Gärten im Frühjahr 2011.

Blick über die Gärten im Frühjahr 2011. © Dörthe Krohn

Stefanie Mesiti im Frühjahr 2011 bei der Gartenarbeit.

Stefanie Mesiti im Frühjahr 2011 bei der Gartenarbeit. © Dörthe Krohn

reinMein, 18. August 2011:

Sie ist grün, sie ist individuell, sie ist erfolgreich. Kein Wunder also, dass die „meine ernte Ganders und Kirchbaumer GbR“ mit ihrer Geschäftsidee, Bio-Gemüsegärten an Städterinnen und Städter zu vermieten, bereits in zahlreichen Medien vorgestellt wurde. Mittlerweile ist Erntezeit. „In unserer neu gekauften Tiefkühltruhe ist kein Platz mehr für Pizza“, erzählt Stefanie Mesiti, „sie ist pickepacke voll mit Gemüse“. Kürbis, Zucchini, Gurken, Weißkohl, Mangold – „wir essen jeden Tag Gemüse aus dem eigenen Garten. Weil es so viel ist, blanchiere ich Gemüse und friere es ein.“ Die Ernte vom 45 Quadratmeter großen, so genannten „Kleinen Gemüsegarten“ teilt sich die dreiköpfige junge Familie mit Freunden, die sich an allen Arbeiten beteiligen: Kraut zupfen, hacken, gießen, ernten und an den Kosten. Damit  haben Mesitis einmalig 89,50 Euro gezahlt. „Wenn wir keinen Garten hätten, würden wir das Gemüse im Bioladen kaufen und kämen sehr schnell auf diesen Betrag“, meint die Mutter eines acht Monate alten Sohnes, der sich über jede Menge frisch zubereiteten Gemüsebrei freuen kann. Ein Kind das einmal wissen wird, wie welches Gemüse wächst und gedeiht.

Mesitis Bio-Gemüsegarten befindet sich auf einer Fläche des Scholzenhofs in Wiesbaden-Nordenstadt. Inhaber ist die Familie Kranz, die im Frühsommer Freundinnen und Freunde von Bio-Erdbeeren zum Selberpflücken auf ihre Felder einlädt und die ein Waffel-Café bertreibt, an dem man nicht vorbeigehen kann, ohne zu kosten. Ein kleiner Hofladen bietet eigenes Obst und Gemüse sowie Produkte anderer regionaler Bioproduzenten an. Von Anfang an war der Scholzenhof Partnerbetrieb von „meine ernte“. Ende 2009 gründeten Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders „meine ernte“. Im Frühjahr 2010 wurden die ersten Gärten angelegt und im selben Jahr das Geschäftsmodell mit dem Förderpreis der Agrarwirtschaft ausgezeichnet. 2011 gehörte „meine ernte“ zu den fünf FinalistInnen des KarmaKonsum Gründer-Awards.

„Im ersten Jahr waren noch nicht alle ‚meine ernte‘-Flächen auf dem Scholzenhof vermietet, doch mit dem Saisonstart am Muttertag 2011 waren wir ausgebucht“, erzählt Betriebsleiter Ditmar Kranz. Er bestellte dafür einen seiner Äcker, brachte das Saatgut und Setzlinge ein und hält in einem Bauwagen Gartengeräte, Gießkannen und Bio-Pflänzchen zum Nachsetzen für die meist noch unerfahrenen Gartenmieterinnen und -mieter bereit. Diese kommen aus der Stadt, umliegenden Gemeinden und aus der Nachbarschaft. Ein Mal in der Woche ist Gartensprechstunde bei Ditmar Kranz. „Vor allem am Wasserverbrauch müssen wir noch arbeiten“, so der Landwirt. Diesen möchte er reduzieren. Ansonsten freut er sich über den Austausch mit den Gartenmieterinnen und -mietern. Es herrsche ein sehr entspannter Umgang miteinander. Bei der Gartenarbeit kommen gleichgesinnte Menschen miteinander ins Gespräch, erholen sich von Stadtlärm und Stress, entschleunigen ihren Alltag. Dass sie hier nette Leute trifft, ist auch für Stefanie Mesiti ein Pluspunkt. Sie ist schon im zweiten Jahr „meine-ernte“-Gärtnerin. Nicht so toll sei, dass sie mit dem Auto kommen müsse, auch wenn sie versuche, andere Erledigungen auf dem Weg mit dem Gärtnern zu verbinden. Doch die guten Erfahrungen überwiegen. „Ich freue mich auf die Kartoffelernte. Es ist schon ein kleines Abenteuer, für sein Essen selbstverantwortlich zu sein, den Kampf mit Kartoffelkäfern aufzunehmen. Eklig ist es, sie abzusammeln und tot zu quetschen. Weißkohl. Ich hatte ihn vorher nie eingekauft. Ich wusste erst einmal gar nicht, wie ich ihn zubereiten kann. Dann habe ich meinen ersten Krautsalat gemacht. Ich muss oft an meine Oma denken, die eingekocht hat. Das habe ich mir bisher aber nicht zugetraut.“ Geschmacklich, so Stefanie Mesiti, sei das selbst angebaute Gemüse ganz wunderbar.

Ditmar Kranz wird auch 2012 einen Acker für „meine ernte“-MieterInnen zur Verfügung stellen. Dann wird er wieder in Längsreihen Blumenkohl, Bohnen, Erbsen, Fenchel, Kohlrabi, Möhren, Radieschen, Rote Beete, Salate und weitere Gemüseleckereien in den Boden bringen und quer Parzellen zu etwa 45 und 85 Quadratmetern einteilen. Jede/r kann überdies eigene Biogartenideen auf einer kleinen Freifläche umsetzen, hier beispielsweise Kräuter oder Blumen ziehen. „Die administrativen Angelegenheiten und das Marketing übernimmt vollständig ‚meine ernte‘. Ich kümmere mich nur um die physischen Aufgaben auf meinem Land.“ Sein Gewinn aus der Verpachtung sei, so Ditmar Kranz, kostendeckend. Er begeistert sich vor allem für die Idee. „Die neue Lust am Gärtnern holt altes Wissen hervor, das brach lag. Es entsteht eine neue Schrebergartenkultur, wobei die Nutzgärten von ‚meine ernte‘ nicht durch Zäune getrennt sind. Menschen ohne Vorerfahrungen begeistern sich plötzlich für das Gärtnern und teilen ihre Erfahrungen miteinander“, schwärmt er.  

Frankfurterinnen und Frankfurter finden ihre Scholle in Nieder-Erlenbach auf dem Hof Kötter. In der Städteliste für die Voranmeldungen 2012 ist Heidelberg neu mit dabei. Außerdem sei  für das nächste Jahr unter anderem der Gartenstandort Mainz geplant, sagt Wanda Ganders von „meine ernte“. Auf der Homepage kann man sich bereits voranmelden und damit seinen Bedarf kundtun.

Weitere Infos und Anmeldung für einen Garten: www.meine-ernte.de

Kosten: 45 qm für 179 Euro, 85 qm für 329 Euro. Preise einmalig pro Saison.

Text: Dörthe Krohn

Anzeigen

Wenn Ihnen die reinMein gefällt, bitte weitererzählen... 

reinMein-Twitter

reinMein-Facebook