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13.02.2012 00:00 Alter: 7 Monat(e)
Kategorien: Lebensstil

Apfel flirtet mit Curry, Mango und Rotwein


© Christopher Thomas

© Christopher Thomas

Der Apfel kann schon was. Ganz besonders die Äbbelsorten direkt vor unseren Haustüren. Sie müssen ja nicht immer Äbbelwein werden; das kleine Unternehmen „Äbbel & Co.“ mit Sitz in Hanau kreiert mit Äpfeln aus der Region ungewöhnliche Fruchtaufstriche und Chutneys. Gründer und Koch Christopher Thomas hat schon Zeitungsanzeigen studiert, um an das Obst zu kommen. Dann hat er die Äpfel für seine Kreationen in Privatgärten gepflückt, einen kleinen Obolus entrichtet und die frische Ware zu seiner Produktionsstätte transportiert. Es gibt ja einige Menschen, die vollhängende Obstbäume auf ihren Grundstücken haben, die sie nicht selbst abernten können oder die nicht wissen, was sie mit dem geernteten Obst anfangen sollen. Christopher Thomas ist der ideale Abnehmer für heimisches Obst, das zu Köstlichem und Gutem aus Apfel & Co. weiterverarbeitet werden soll. Seine Familie hat aber auch eigene Streuobstwiesen. Der Rheinische Winterrambur gedeiht dort prächtig.

Das Augenmerk des Unternehmensgründers liegt auf alten Apfelsorten aus der Region. Erdbeeren kommen nur ins Glas, wenn auch Erdbeerzeit im Rhein-Main-Gebiet ist. Nur die frisch und reif gepflückten, ob nun mit oder ohne Biosiegel nicht gespritzt, haben eben das Aroma, das Christopher Thomas in seinen Fruchtaufstrichen verarbeiten möchte. Aber der Apfel harmoniert auch wunderbar mit Mango. Hier verwendet er Flugmangos anstatt unreif geerntete und viele Tage per Schiff transportierte Mangos oder Ready-to-eat-Mangos, die in deutschen Lagerhallen gereift sind, ehe sie fertig zum Essen in den Verkauf gehen. Flugmangos werden reif geerntet, sind deutlich teurer, aber die Investition in den Geschmack lohne sich. Die „Apfel-Mango-Inspiration“ hat die Konsistenz eines festeren Apfelmuses und man kann sowohl den Apfel als auch die Mango einzeln herausschmecken. Absoluter Favorit der Autorin ist jedoch der Apfel-Curry-Fruchtaufstrich. Mit dieser Meinung schient sie nicht allein zu stehen, denn nicht umsonst nennt sie der experimentierfreudige Koch das Flaggschiff.

Besonders seit der Geburt seines ersten Kindes stellt Thomas einen hohen Anspruch an die Qualität der Zutaten. „Ich habe mir mal angeschaut, was alles in der Babynahrung drinnen ist. Jede Menge Zuckerarten oder Zuckerersatzstoffe, die Laien gar nicht sofort als Zucker identifizieren, z.B. Glucose, Milchzucker, Fructose, Maltodextrin oder Malz.“ Das wollte der junge Vater seinem Kind nicht anbieten. Essen soll satt machen, aber eben auch Körper und Seele nähren. Vielfältiges zu sich nehmen sei Lebensqualität, ein Bewusstsein für Lebensmittel und der achtsame Umgang damit, Kultur. Dies will er seinen Kindern vermitteln. Besonders Kindergerichte dürften sich nicht auf Pizza, Pasta und Chicken McNuggets mit Pommes beschränken, findet der Euro-Toques*-Koch, der sein Haupteinkommen im Mittagsrestaurant „Siebenstein“ (gehört zum Eventcatering und zur Kochschule Campus Culinarius) in Dreieich-Buchschlag verdient. Also wurden die Apfel- und anderen Babybreis selber gekocht – und heute kocht er Marmeladen, wobei – aber sowas weiß eben nur der Fachmann, die Marmeladen nicht Marmeladen heißen dürfen. Mit lokalen Ausnahmen dürfen in Deutschland nur Zitrusprodukte Marmeladen genannt werden, beispielsweise Orangenmarmelade, meist mit Schalenstückchen. Alle anderen Früchte: Erdbeeren, Brombeeren, Aprikosen, Birnen usw. werden zu Konfitüren oder Gelees verarbeitet. Alle Omas und Freundinnen und Freunde des Einkochens für den Eigenbedarf können sich getrost darüber hinwegsetzen, aber Christopher Thomas nicht. Seine Produkte „für Helden und Träumer“ sind schließlich im Handel.

Der Apfel-Speierling-Fruchtaufstrich ist ein weiteres Highlight mit orientalischen Gewürzen. Den Baum mit den Speierlingen habe er bei einem Spaziergang mit seinem Stiefvater gefunden und dann (selbstverständlich nach Klärung der Besitzverhältnisse) selbst geerntet - „heldenhaft“, fügt Christopher Thomas mit einem Schmunzeln hinzu. Der Wildobstbaum aus der Familie der Rosengewächse ist ein bekannter Hesse. Der Speierling ist meist birnenförmig und sehr gerbstoffhaltig. Zu den feinen Brotaufstrichen, mit denen man aber auch Joghurts, Quark, Grießbrei oder anderes verfeinern kann, stoßen noch echte Vanille, fair gehandelter Bio-Rohrzucker, Apfelpektin oder Agar-Agar (im Chutney ist kein Geliermittel) hinzu. Nicht drinnen sind Konservierungsmittel oder gar Pflanzenfett gegen Schaumbildung. All das Gute hat seinen Preis, nämlich 4,70 Euro kosten rundherum handgefertigte 210 Gramm von allen Sorten.

Die Fruchtaufstriche von „Äbbel & Co.“ inklusive der beliebten, zuckerreduzierten und dennoch ausreichend süßen „Lady`s Marmelade“ („für Mädchen und Jungs“ steht noch dabei) mit Apfel, Zitronengras und Rotwein, können in Frankfurt im Hessen Shop in der Leipziger Str. 49 oder in der Weinhalle am Merianplatz, Merianplatz 4, erworben werden. Demnächst kann man im Wiesbadener Hessen Shop Traubenaufstriche von Christopher Thomas kosten. Wer nicht in der Nähe der Läden wohnt hat die Möglichkeit, Christopher Thomas eine Bestellung per Mail oder Handy zukommen zu lassen. Alle Infos gibt es auf seiner Homepage: www.aebbelundco.de

Text: Dörthe Krohn

* Euro-Toques Deutschland e.V. ist die nationale Sektion der europäischen Vereinigung. Das Netzwerk von handwerklich arbeitenden Köchen und ihren regionalen Lieferanten ist eine Gemeinschaft, die die kulinarischen Traditionen Europas und seiner Regionen bewahren will. Hier geht es zur Webseite.


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