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W:O:A 2015 – Jetzt muss nur noch der Wettergott mitspielen >
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21.09.2014 15:15 Alter: 3 Monat(e)
Kategorien: Lebensstil

25 Jahr’ und kein bisschen leise....Nachbericht zum W:O:A 2014

Zwölf Stunden hat es nur mehr gedauert bis auch das kommende Wacken Open Air 2015 vollkommen ausverkauft war. Das größte und friedlichste Metal Festival der Welt hat im Laufe seines 25-jährigen Bestehens absoluten Kultstatus erreicht.


Zum 25. Mal kommen die Metal-Fans nach Wacken. Foto: Dr. Lydia Polwin-Plass

Foto: Dr. Lydia Polwin-Plass

Foto: Dr. Lydia Polwin-Plass

Foto: Dr. Lydia Polwin-Plass

Foto: Dr. Lydia Polwin-Plass

Amon Amarth. Foto: Dr. Lydia Polwin-Plass

Emperor. Foto: Dr. Lydia Polwin-Plass

Aus aller Welt reisen Metalfans, oft unter schwierigsten Umständen, jedes Jahr an, um mit Gleichgesinnten vier Tage lang zu feiern und vielfältigsten Kulturgenuss pur zu genießen.

Die enorme Medienpräsenz des Wacken Open Air ist mit kaum einer anderen kulturellen Veranstaltung zu vergleichen. Das hat seinen Grund. Seit nunmehr 25 Jahren treffen sich Fans der etwas härteren Musikrichtungen im kleinen 900 Seelen Dörfchen Wacken in Schleswig Holstein und auf den 220 Hektar der umliegenden Felder zu einem ausgelassenen aber zugleich unvergleichlich friedlichen Miteinander. Im Interview mit Pia Lorenz für Legal Tribune Online, sagte der Bereitschaftsstaatsanwalt Uwe Dreessen: „...im Verhältnis zur Vielzahl der Besucher und – wenn man ehrlich ist – auch zum Alkoholkonsum ist bemerkenswert wenig vorgefallen. Das hat meinen Eindruck von den Fans bestätigt, die ich dort bei meinem kurzen Besuch am Mittwoch getroffen habe. Die Freundlichkeit der Metal-Fans und die gesamte Stimmung in Wacken haben mich beeindruckt.
Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass die Polizeibeamten hier im Umkreis schon fast beleidigt sind, wenn sie nicht nach Wacken dürfen – so erstaunlich das klingt, wenn man die schwarzen Gestalten so sieht.“


Ein paar Daten und Fakten

Insgesamt sind es rund 100.000 Menschen, die oft unter schwierigen Umständen teilweise aus Ländern anreisen, in denen bestimmte Musikrichtungen aus religiösen oder politischen Gründen verboten sind. Weder Hitze und Staub, noch Matsch oder Regen können die treuen Besucher des W:O:A davon abhalten, jede einzelne Minute ihrer Anwesenheit in sich aufzusaugen und in vollen Zügen zu genießen.

Inzwischen hat das alljährlich stattfindende Festival, das 1990 mit 6 Bands und 800 Besuchern klein begonnen hatte, enorme Ausmaße angenommen. Hier nur ein paar der beeindruckenden Daten: 40 Kilometer Bauzaun zur Umzäunung des Festivalgeländes. 40 Trinkwasserstationen, 12 Megawatt Stromleistung über 6 Kilometer Stromleitung und 280 Verteilerkästen, etc. Um aus ökologischen Gründen auf 98 Dieselaggregate verzichten zu können, wurden 4 Kilometer Leistungskabel verlegt.  300 Non-Foodstände, 1500 LKW mit Material, 65 Sattelzüge alleine Bühnenmaterial und rund 5000 Mitarbeiter sorgten für das Wohl und die Sicherheit der Festivalbesucher. 120 Bands mit insgesamt 1300 Mitwirkenden traten auf 7 fixen Bühnen und einigen zusätzlichen Plätzen auf. Beinahe rund um die Uhr wurde vielfältigstes und facettenreiches Programm geboten. Nicht nur musikalisch kommen hier Metalfans auf ihre Rechnung. Auch ein Open Air Kino im Movie Field, zwischendurch Comedy, wie zum Beispiel der Auftritt des Comedian Bülent Ceylan, Wrestlingveranstaltungen oder spektakuläre Feuershows in überwältigenden Dimensionen, gepaart mit einer Endzeitperformance im Stil von Mad Max und Co sorgten für abwechslungsreiche Unterhaltung der anwesenden Festivalbesucher jeden Alters und jeder Generation.

Die kulinarische Versorgung durch die über 100 Gastronomiestände war ausgezeichnet. Dieses Jahr legten sich die Foodstandbetreiber besonders ins Zeug. Denn im Rahmen eines Wettbewerbes konnte via QR Code über Qualität und Preis-Leistungsverhältnis der einzelnen Stände abgestimmt werden. Ein großer Vorteil für die Kunden.


Ein paar der musikalischen Highlights

Der Wettergott muss Metalfan sein, denn das W:O:A 2014 stand in Bezug auf das Wetter unter einem guten Stern. Vier Tage strahlenden Sonnenscheins.
Einer der zahlreichen musikalischen Höhepunkte des diesjährigen W:O:A war natürlich der Auftritt von Motörhead. Dieses Jahr ließ sich der Frontman Lemmy Kilmister die gesundheitlichen Probleme, die ihn letztes Jahr zum Abbruch des Gigs nach nur 3 Songs zwangen nicht mehr anmerken. Eine starke Performance, wie man es von den britischen Haudegen nun seit bereits fast vier Jahrzehnten gewohnt ist.

Die deutschen Power-Metaller Masterplan sind von allem für ihre positiven Texte bekannt und stolz darauf. Sie begeisterten ihre Fans trotz nicht so optimaler Akustik auf der W.E.T Stage im Zelt mit ihren hochkomplexen Kompositionen. Ex AtVance Sänger Rick Altzi konnte die Lücke, die Jorn Lande und nach ihm Mike DiMeo in der Band hinterlassen hatten, würdig auffüllen.

Ein musikalisches Bühnenspektakel besonderer Art bescherten der riesigen Zuschauerschar King Diamond. Die etwas schräge hohe Kopfstimme des Sängers gehört neben der Rocky Horror Bühnenshow im Alice Cooper Stil zu den Markenzeichen der Band. Origineller Höhepunkt des optischen Spektakels war eine Hexenverbrennung mit Zaubertrickeinlage.

Der geniale und sympathische Devin Townsend verbreitete mit seiner energiegeladenen Musik und seinen legendären Grimassen gute Laune beim Publikum. Townsend bezeichnet sich selbst als spirituell und versucht trotz der extrem harten Ausprägungen seines sehr eigenwilligen Musikstils, wie er selbst sagt, „keine negativen Vibes“ zu vermitteln.

Neben unzähligen weiteren großartigen Gigs namhafter Bands, überzeugten Megadeth, Heaven Shall Burn, Children Of Bodom, Amon Amarth, Avantasia, Kreator, Saxon, Hammerfall, Carcass, W.A.S.P, Slayer, Skid Row und Apocalyptica, sogar mit Orchester, in gewohnt hochprofessioneller Weise das Publikum von ihrem Können.


Charity und W:O:A

Die Wackenfoundation zur Förderung des Hardrock- und Metalnachwuchses hatte auch dieses Jahr wieder ein eigenes Camp am Gelände. Sie startete und unterstützte mehrere Aktionen und spannende Projekte für den guten Zweck.
Auch weniger zahlungskräftige Fans konnten am W:O:A Gutes tun. Beim alljährlichen „Pfahlsitzen für den guten Zweck“ können Festivalbesucher sich auf hohe in Pfähle geschnitzte Stühle setzen und dort einige Stunden ausharren. Damit die pralle Sonne den Wohltätern nicht das Gehirn wegschmilzt, sind die Pfähle mit Sonnenschirmchen bestückt. Für jede Stunde, die man auf dem hölzernen Hochsitz verbringt, werden von diversen Firmen Spenden an die Stiftung gezahlt.
Zwei Vorteile hat das Ganze auch für die Wohltäter selbst: Tolle Sicht über das Gelände und ab einer bestimmten durchgehaltenen Stundenzahl ein Upgrade des Tickets auf V.I.P.

Auch die DKMS war bis einschließlich Samstag auf dem Holy Ground vertreten. Dort konnten sich Metalfans als potenzielle Spender für Knochenmark typisieren lassen um Leben zu retten. Bisher haben mehr als 1000 W:O:A Fans an der Aktion teilgenommen.


W:O:A Art, Music Camp und Metal Battle

Im W:O:A Art Zelt fand anlässlich des 25-jährigen Jubiläums eine spezielle History Ausstellung statt. Eine Bildersammlung von damals bis heute erweckte bei vielen treuen Fans schöne Erinnerungen wieder zum Leben.

Beim 10. internationalen Metal Battle Finale beim W:O:A wurden dieses Jahr erstmalig die 5 besten Bands mit Geldpreisen und Sachpreisen ausgezeichnet. Gesponsert wurden die Preise von der Wacken Foundation.
Auf Platz 1 landeten die Spanier In Mute. Platz 2 ging an Dirty Shirt aus Rumänien, Platz 3 an Huldre aus Dänemark. Evocation aus China erreichte den 4. Platz und Convivum aus Schweden landete auf dem 5. Platz. Wir gratulieren allen Teilnehmern zu ihren tollen Leistungen!

Nach dem W:O:A fand zwischen 11. und 18. August auf dem Open Air Gelände erstmals ein Music Camp für Jugendliche statt. Die 100 Teilnehmer, zwischen 13 und 17 Jahren lernten dort in kleinen Gruppen mit Unterstützung erfahrener Musiker, Produzenten und professioneller Bandcoaches Songs zu schreiben und zu produzieren. Mit dieser Aktion soll in Zeiten der Dosenmusik und des Playbacks ehrliche, echte und handgemachte Musik und die dazu nötige Kreativität gefördert werden.

Das W:O:A 2015 war innerhalb von 12 Stunden ausverkauft. Wer für das kommende Jahr noch an Karten kommen möchte, hat die Chance mit etwas Glück über die W:O:A Tauschbörse noch welche zu ergattern.
Ansonsten vermittelt die beeindruckende und hautnah gefilmte 3D-Dokumentation über das W:O:A ein wenig von der unbeschreiblichen und einzigartigen Atmosphäre des legendären Festivals. Seit Anfang August im Kino.


Text und Fotos: Dr. Lydia Polwin-Plass


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