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09.04.2013 18:51 Alter: 6 Monat(e)
Kategorien: Kultur

Wir träumen gern


© Arven

© Arven

© Arven

© Arven

Es war eine Vision, eine Idee, die Anastasia Schmidt 2006 verfolgte, als sie auf die Suche nach Bandmitgliedern ging – Frauen wohlgemerkt, die sich mit melodischem Metal identifizieren wollten. Sie hatte die Vorstellung, eine Metal-Band nur mit Frauen zu gründen. Einzigartig und sehr speziell, denn normalerweise machen in diesem Genre die Männer die Musik und für Frauen ist der Platz als Frontfrau am Mikro. Ähnlich war das bei Gitarristin und Bandgründerin Anastasia, die in diversen Metalbands mit männlicher Besetzung gespielt hat.

Anastasias Idee wurde konkret und nahm Formen an. Über das Internet meldeten sich Sängerinnen, Bassistinnen, Gitarristinnen, Pianistinnen – es fehlte nur noch an einer Drummerin. So kam es, dass jetzt Till Felden an den Drums sitzt, der außerdem noch bei einer Death Metal Band den Rhythmus vorgibt und Geographie studiert. Till war der letzte Musiker, der damals noch fehlte. Da es schwierig war, eine geeignete Schlagzeugerin zu finden, entschied sich die Band letztendlich für Till, vor allem aber weil er auch am besten in die Gruppe passte. Das zeigt, dass nicht das Geschlecht, sondern der Charakter und natürlich das Können entscheidend waren. Trotzdem fragt alle Welt immer wieder, wie es sich anfühlt, als einziger Mann in einer Frauenband zu spielen. Sowohl Till als auch die Frauen antworten souverän – und geduldig – darauf, sie haben ihren Spaß und keins der Mitglieder fühlt sich benachteiligt oder als etwas Besonderes.

Das, was jetzt das Erkennungsmerkmal der Symphonic Metal Band „Arven“ ist, sind Carina Hanselmanns glockenhelle, klare Stimme, der Einsatz von Flöten, Geigen und anderen Orchesterinstrumenten, die perfekt platzierten Riffs von Anastasias und Ines Thomés Gitarren, der Bass von Lisa Marie Geiß, virtuoser Keyboardsound und Pianoklänge von Lena Yatsula und schließlich Tills Drumeinlagen, die mit aller Power die melodischen Passagen zum Höhepunkt jagen.

Professionelles musikalisches Know-how

Ines hat bereits ein klassisches Gitarrenstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt beendet und vor kurzem auch ihren Master an der Musikhochschule in Stuttgart abgeschlossen.

Lena hat ihr erstes Klavierstudium in ihrer Heimatstadt Odessa absolviert. Anschließend studierte sie Klavier an der Musikhochschule der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und unterrichtet heute Klavier.

Anastasia, Till und Lisa stellen den Part der eingefleischten Metal-Fraktion der Band dar. „Wir lieben schon seit Jahren die verschiedensten Metal-Richtungen und haben alle bereits in diversen Metal-Bands gespielt. Ich habe 2009 ein klassisches Gitarrenstudium an der Musikhochschule in Frankfurt angefangen, konnte es jedoch aus beruflichen Gründen nicht zu Ende bringen“, erzählte die Bandleaderin in einem Interview.

Mittlerweile ist Arven kein Geheimtipp mehr. Nachdem 2008 die Demo CD erschien, wurden die Kritiker der Metalpublikationen aufmerksam und es folgten eine Reihe von Interviews und Konzerten wie "Schiffenberg rockt”, “Long heavy night” in Eschwege – hier sind Arven im September 2013 übrigens als Headliner dabei – und was allen Bandmitgliedern riesigen Spaß machte, die Einladung in die Normandie, ohne, dass zuvor ihre erste CD erschienen war. Dort spielten sie mit bester Laune und viel guter Stimmung in einer mittelalterlichen Wassermühle. Ihre Konzerte geben Arven verstärkt um Frankfurt herum, da das am wenigsten Organisation bei der Anfahrt verursacht. Letztendlich ist bis jetzt für die fünf Musikerinnen und den Musiker während der Touren noch wenig über finanziellen Gewinn zu reden und alle arbeiten oder studieren, so dass die Zeit für Konzerte, ja sogar für die Proben immer gut geplant sein muss. Aber auch die Schweiz stand neben Frankreich schon auf dem Tourneeplan. Bekannt sind die Arven-Songs aber mittlerweile weltweit, wie an den Downloads aus Südamerika oder Indonesien zu sehen ist.

2011 erschien die erste CD „Music Of Light”. Nach einigen Bewerbungsrunden bei verschiedenen Labels kam letztendlich Massacre Records heraus, mit dem ein Vertrag unterschrieben wurde und unter dem auch die neue CD erscheinen wird.
Am 23. August ist es soweit: Das zweite Arven-Album erscheint mit dem Titel
„Black is the Colour".
Neben der CD und den Download-Formaten wird es auch eine Limited Edition im Digipack geben, auf der zwei Bonustracks enthalten sind. Schon während der kommenden Konzerte sind der ein und andere Song des Albums live zu hören.

© ArvenZum dritten Mal sind Arven nach zwei erfolgreichen Auftritten im Kulturcafé-Saal in Groß-Gerau zu sehen. Für Freunde von anspruchsvollem Symphonic Metal in Richtung „Nightwish" oder „Blind Guardian" sind sie ein absolutes Muss. Kraftvolle Gitarrenriffs und krachige Headbanging-Parts vereinen sich gekonnt mit orchestralen Klängen – es ist ein großer Spaß, die Musikerinnen und den Musiker live auf der Bühne zu erleben, denn der Funke springt über, wenn die sechs so richtig abrocken.

Weitere Infos zur Band, Tourneedaten und neuer CD unter www.arvenmusic.com

Gast des Abends ist wie im Vorjahr die Nürnberger Gruppe „Effloresce", eine Progmetal-Band aus Mittelfranken. Sie schlagen die Brücke von modernem Metal im Stil von „Opeth“ über Prog-Ikonen wie „Dream Theater“ und „Porcupine Tree“ bis hin zu klassischen 70er-Jahre-Bands wie „Camel“: Harte Gitarrenriffs und Death-Metal-Growls treffen auf melodische und atmosphärische Passagen mit glasklarem Sopran-Gesang oder Querflöten-Einlagen.

www.effloresceonline.com

Symphonic Metal mit Arven ist am 13. April 2013 im Kulturcafé-Saal, Im Alten Amtsgericht, Am Marktplatz, Darmstädter Straße 31, Groß-Gerau, zu hören. Der Eintritt beträgt 10 Euro, Beginn ist um 20 Uhr.

Eintrittskarten im Vorverkauf kosten 8 Euro, müssen aber bis spätestens einen Tag vor der Veranstaltung bei der Vorverkaufsstelle abgeholt und bezahlt werden. Kartenvorverkauf bei Buchhandlung Calliebe, Frankfurter Straße 33, Groß-Gerau, Telefon 06152-910235, und in der Gaststätte „Zum alten Amtsgericht“, Darmstädter Straße 31, Groß-Gerau.

Und das ist die Location ...

Bewegte 80er Jahre

Die 80er Jahre waren geprägt von lebendigen Initiativen, die dazu beitrugen, die Vielfalt in Kultur, Politik und Kunst  auch abseits der Großstädte zu fördern. Wobei das Rhein-Main-Gebiet auch schon vor 30 Jahren natürlich fast als eine große Stadt gelten konnte, da die Entfernungen gering und die Verbindungen gut waren. Daran hat sich nichts geändert und auch nicht daran, dass eine Initiative wie der Verein Kulturcafé Groß-Gerau e.V. seit 1985 besteht. Leicht aufgerundet sprechen wir hier von fast 30 Jahren Kulturarbeit. Die Idee der Initiative war es, in Groß-Gerau einen kulturellen Treffpunkt mit Kneipencharakter zu schaffen. Allerdings gab es zunächst keine festen Räumlichkeiten, doch der im selben Jahr gegründete Verein organisierte die Veranstaltungen einfach an wechselnden Orten und Plätzen. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel mussten selbst aufgebracht oder organisiert werden. Um den Forderungen nach einem kreisstädtischem Kulturzentrum Nachdruck zu verleihen, gab es Demonstrationen und organisierte Benefizveranstaltungen zu Gunsten des Kulturcafés.

Es dauerte insgesamt vier Jahre bis der als gemeinnützig anerkannte Verein Kulturcafé 1989 den Saal und die gleichnamige Gaststätte im ehemaligen Amtsgericht am Marktplatz übernahm, um hier ein Musik- und Kleinkunstzentrum zu etablieren. Das Konzept hat sich bewährt. Seitdem finden Veranstaltungen mit klassischer Gitarrenmusik über Blues und Jazz bis hin zu Punk, Metal und Hardrock sowie monatliche Kinderveranstaltungen, Comedys und Kabaretts statt. Flohmärkte und Veranstaltungen im Biergarten, Bilderausstellungen im Café und Infoveranstaltungen zu gesellschaftlich relevanten Themen geben dem kulturellen Angebot noch mehr Farbe.

Ein besonderes Anliegen des Vereins, der Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren in Hessen e.V. (LAKS) ist, ist die Förderung regionaler Bands und noch unbekannter Künstler.

Wer Lust hat und sich für die kulturelle Entwicklung in Groß-Gerau interessiert, kann sich an den Verein unter www.kulturcafe-gg.de wenden.

Text: Sonja Lehnert


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