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01.04.2014 00:00 Alter: 8 Monat(e)
Kategorien: Kultur

Quartiersbegehung mit Autor


Fotos: Dörthe Krohn

Es ist nicht irgendein Frankfurter Quartier, es ist das begehrte Nordend. Jörg Harraschein von der vor zehn Jahren gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Kunst im Nordend“ (KuNo) putzt anlässlich der Eröffnung seiner kleinen Freilichtausstellung noch einmal die Scheiben der Stellwände im Oeder Weg, Ecke Bornwiesenweg. Bis zum 15. April sind dort neben historischen Fotos aus dem Stadtteil Dokumente zum aktuell von Frankfurt gelesenen Buch „Die Vollidioten“ von Eckhard Henscheid zu sehen.

Während sich um den Stadtteilhistoriker Jörg Harraschein interessierte Bürgerinnen und Bürger scharen, versammeln sich auf der anderen Straßenseite zahlreiche Journalistinnen und Journalisten, um gemeinsam mit Autor Eckhard Henscheid jene Orte aufzusuchen, an denen die Liebesgeschichten in „Die Vollidioten“ ihren Lauf nahmen. Eine Nordendkarte, auf der grob verzeichnet ist, wo sich was ereignete, befindet sich im Einband des aktuell nur als Hardcover-Ausgabe des Schöffling-Verlags erhältlichen Buchs. Die Zeichnungen der Originalschauplätze stammen von F. K. Waechter.

Die Ereignisse der erstmals 1973 als im Untertitel „historischer Roman aus dem Jahr 1972“ privat gedruckten Ausgabe spielten sich im Wesentlichen in einem kleinen Universum zwischen Oederweg und Friedberger Landstraße südlich des Alleenrings ab. Die literarischen Figuren des Romans sind an reale Personen mindestens angelehnt und gehören zum Freundes- und Bekanntenkreis von Eckhard Henscheid. Der wohnte eine kurze Lebensabschnittszeit in einem Einzimmerappartement in der Eckenheimer Landstraße. Vieles hat sich seit 1972 verändert. Früher seien sie tatsächlich regelmäßig mit dem Auto zu den umliegenden Kneipen gefahren, erzählt der Autor beim Spaziergang. So gesehen sind die 150 Meter Taxifahrt des Protagonisten Jackopp vom Lokal „Alt-Heidelberg“ bis zu seiner Wohnung um die Ecke nicht mehr ganz so verwunderlich.

Im Gasthaus „Krenz“ kann sich keine Liebe mehr entzünden, denn das gibt es nicht mehr. Ebenso wenig wie das Café Härtlein in der Koselstraße, das den besten Bienenstich gehabt haben soll. Im 7. Stock des „Hochhauses“ Hebelstraße Ecke Friedberger Landstraße war die „Pardon“-Redaktion einquartiert. Auch dieses Gebäude spielt eine Rolle im Buch. Und in dem Haus im Oberweg, wo einst Frl. Majewski (in sie ist der Erzähler verliebt) und Frl. Czernatzke (um die sich alles dreht und in die Herr Jackopp verknallt ist) zusammen wohnten, stehen heute zwei Stühle auf einem netten kleinen Balkon, so als würden die beiden dort gleich Platz nehmen und wieder ihre Köpfe zusammenstecken.

Wer selber auf Spurensuche gehen möchte findet alle Infos zur Freilichtausstellung und weitere Veranstaltungen rund um „Die Vollidioten“ unter: www.frankfurt-liest-ein-buch.de

(reinMein/dok)


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