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13.03.2015 19:04 Alter: 8 Monat(e)
Kategorien: Kultur

Lichter zwischen den Finanztürmen


Foto: Avi Dehlinger

Am Dienstag startet das 8. Lichter Filmfest Frankfurt International und befasst sich passend zum bunten Protest gegen die Politik der Troika-Institutionen und zu den EZB-Eröffnungsfeierlichkeiten mit dem Thema „Geld“. Vom 17. bis 22. März laufen in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden insgesamt über 50 Filme, darunter etliche Welt-, Deutschland-, Hessen- und Festivalpremieren. „So viele Uraufführungen hatten wir noch nie“ und noch nie sei die  Qualität so hoch gewesen, schwärmt Festivaldirektor Gregor Maria Schubert.  

Zentraler Festival-Baustein sind die Dokumentar-  und Spielfilme mit Rhein-Main- oder Hessen-Bezug. Frankfurt wird mehr und mehr zu einer beliebten Kulisse von Filmemacher_innen und macht auch vor Frankfurts Innenräumen nicht halt. So wandelte sich beispielsweise das „Orfeos Erben“ in Bockenheim für den Spielfilm „Welcome to Karastan“ in ein osteuropäisches Kino um. Der bereits auf der Berlinale gelobte Lichter-Eröffnungsfilm „Hedi Schneider steckt fest“ von Regisseurin Sonja Heiss spielt u.a. in der Töngesgasse. Aber auch das ist Frankfurt: Eine von drei Weltpremieren ist „Sin & Illy still alive“. Zwei Frauen versuchen dem Rotlicht- und Drogenmilieu des Bahnhofsviertels zu entkommen.

Der Frankfurter Künstler Nino Pezzella präsentiert seinen Experimentalfilm „Femminielli“ mit dem er den Hessischen Filmpreis gewann. Er erzählt die Geschichte der Femminielli von Neapel, die biologisch als Jungs geboren wurden, später jedoch ihre Körper nach weiblichen Vorbildern umformen und kleiden.
Die Komödie „The Farwell Party“, der letzte Film des verstorbenen Frankfurter Produzenten Karl Baumgartner, dreht sich um eine „Sterbehilfemaschine“.  

Das internationale und das Rahmenprogramm beschäftigen sich mit dem Thema „Geld“. Das ruhige, melancholische Drama „Queen Antigone“ bildet zusammen mit „A Blast“ ein griechisches Double-Feature über die Krise und ihre Folgen.
Am Blockupy-Tag diskutieren unter anderem die Autoren Christian Felber, Mitgründer von Attac Österreich, und Thomas Mayer, ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank, über „Geld: System – Krise – Alternativen“.

Aber das Thema „Geld“ hat viele Facetten. Am 21. März ab 15 Uhr können sich Interessierte auf das „Money Island“ im Cantate-Saal begeben. Hier stehen u.a. Mönche, Investmentbanker_innen und Finanzethiker_innen zu Gesprächen bereit, man kann in einer Faultier-Hängematte das persönliche Vermögen überschlagen oder sich kuriose Geldgeschichten anhören.

Tja, und das Thema Finanzen geht auch am Lichter Filmfest nicht vorbei. Nach dem Festival ist vor dem Festival. Im April soll es schon weitergehen mit den Vorbereitungen für Ausgabe 9  des Lichter Filmfest Frankfurt International. Wichtiger Punkt auf der To-do-Liste: Etatsicherung.

Das gesamte Programm: www.lichter-filmfest.de


(reinMein/dok)


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