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23.08.2013 00:00 Alter: 9 Monat(e)
Kategorien: Kultur

Kein Mensch ist eine Insel


Saur-Burmester, Weber, Zepter, Masche: "Symmetriade", 2013, Acryl auf Leinwand, 130 x 150 cm © BOK

Saur-Burmester, Weber, Zepter, Masche: "Symmetriade", 2013, Acryl auf Leinwand, 130 x 150 cm © BOK

Ausstellungseröffnung "No Man is an Island" in der Heyne Kunst Fabrik in Offenbach. © Dörthe Krohn

Ausstellungseröffnung "No Man is an Island" in der Heyne Kunst Fabrik in Offenbach. © Dörthe Krohn

Drei Künstlerinnen, ein Künstler, vier Stile: Leerstehender Industriebau; Farben neben Farben – ein konzeptionelles Stäbchenparkett; abstrakte Formen, Figuren und Strukturen in bewusst skizzenlos entstandenen Werken; "Bilder mit Ton" (Zitat von Katrin Nedela) – gemalte Stadtraum-Collagen. Die vollkommene Unterschiedlichkeit der Bildsprachen von Andreas Masche, Gabriele Saur-Burmester, Claudia Weber und Ursula Zepter haben die vier KünstlerInnen nicht davon abgehalten, gemeinsame Kunstwerke zu schaffen. Die Ausstellung "No Man is an Island" zeigt die Ergebnisse gemeinsamen Malens bis 22. September 2013 in der Heyne Kunst Fabrik in Offenbach.

"No Man is an Island" – Dieses Gedicht des englischen Schriftstellers und metaphysischen Dichters John Donne (1572-1631) inspirierte die KünstlerInnen des Bundes Offenbacher Künstlerinnen und Künstler (BOK) sowohl im Hinblick auf die Arbeitsweise als auch die Bildinhalte.

Karin Nedela stellte in ihrer Einführungsrede am 22. August KünstlerInnen im Allgemeinen als sehr eigen mit ihren Werken dar. Im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung finden sich öfters Einzelne zu einem gemeinsamen Konzept zusammen. Aber im Team auch schöpferisch zusammenarbeitende KünstlerInnen, das sei doch sehr ungewöhnlich. Man liefere sein Werk aus, weit über konstruktive Kritik hinausgehend. Mit Projektbeginn bekam jedeR eine Leinwand, die dann reihum von Künstlerin zu Künstler zum Weitermalen wanderte. Zwischendurch gab es Treffen. Wer das jeweilige Bild begonnen hatte, durfte das Finishing machen. In diesem Prozess wurden eigene Bildteile mitunter von anderen übermalt – in der Regel kaum vorstellbar für eine Künstlerseele, das individuelle Genie. Man habe sich dabei befreien müssen von Befindlichkeiten. Der eine oder die andere habe so ein Bild im Zwischenstadium tagelang umkreist, bis er/sie zum Pinsel griff. Man arbeitete mit Respekt für den individuellen künstlerischen Stempel der/des anderen. "Wir waren ein gutes Team", resümierte Claudia Weber.

Herausgekommen beim künstlerischen Island Hopping (Inselspringen) sind 13 gemeinsame Werke, die unter anderem abstrakte Inseln, Menschen in Rettungsreifen, Dampfer und den Leuchtturm als Motiv aufgreifen, aber auch in ganz andere inhaltliche Richtungen gehen. Die Bilder sind eine Mischung der individuellen künstlerischen Note der einzelnen Beteiligten. Doch die Gemeinschaftsarbeit habe auch vollkommen neue Elemente hervorgebracht, die man so zuvor von den einzelnen KünstlerInnen nicht gekannt habe, so Nedela. Da scheinen vorherige Schichten durch, es wurde auffällig viel mit Schrift gearbeitet und es entstanden eigene Welten, die so nur die vier KünstlerInnen gemeinsam hervorbringen konnten.

Zwischen die Gemeinschaftswerke sind Einzelwerke der KünstlerInnen gehängt.    

Die Ausstellung ist bis 22. September 2013 in der Heyne-Fabrik in 63067 Offenbach, Lilistrasse 83, zu sehen.
Öffnungszeiten: donnerstags von 18 bis 21 Uhr, freitags von 16 bis 21 Uhr.

Text: Dörthe Krohn


"No Man is an Island"
No man is an island entire of itself; every man
is a piece of the continent, a part of the main;
if a clod be washed away by the sea, Europe
is the less, as well as if a promontory were, as
well as any manner of thy friends or of thine
own were; any man's death diminishes me,
because I am involved in mankind.
And therefore never send to know for whom
the bell tolls; it tolls for thee.

(John Donne)


Die Webseiten der KünstlerInnen:

Claudia Weber: www.bok-of.de

Ursula Zepter: www.atelier-13.de

Andreas Masche: www.andreasmasche.de

Gabriele Saur-Burmester: www.saur-burmester.de

 

Zum vierten Mal findet mit dieser Ausstellung eine Kooperation der Heyne Kunst Fabrik mit dem Bund Offenbacher Künstlerinnen und Künstler (BOK) statt. Nach "schattenhell" (2010) und "lichtgestalten" in der Zeilgalerie (2011) war 2012 die Ausstellung "Gewalt" zu sehen, über die reinMein berichtete


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