...  Kultur
Ostermontag zum Katerfrühstück in die Denkbar >
< Lichter zwischen den Finanztürmen
24.03.2015 15:50 Alter: 4 Monat(e)
Kategorien: Kultur

Frankfurt liest die Geschichte der Familie von Anne Frank


ISBN 978-3-596-18410-1, 10,99 EUR, Foto: reinMein

„Die Heimat... Ihre (Anne Franks Großmutter Alice, Anm. d. Verf.in) Heimat ist Frankfurt, die Stadt ihrer Kindheit, ihrer Jugend, ihrer Jahre als Ehefrau und Mutter. Nie wäre sie freiwillig aus Frankfurt weggezogen, wäre da nicht dieser unselige Österreicher an die Macht gekommen, dieser Schreihals, der ihr aber viel zu viel Angst einjagt, um über ihn lachen zu können.“ (Fischer Taschenbuch, 3. Auflage, Januar 2015, S. 39)

Vom 13. bis 26. April 2015 liest Frankfurt „'Grüße und Küsse an alle'. Die Geschichte der Familie von Anne Frank“ von Mirjam Pressler unter Mitarbeit von Gerti Elias. Zahlreiche Lesungen, Ausstellungen, literarische Spaziergänge, Filmvorführungen und Schulgespräche bilden das Programm, das auch die sechste Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Frankfurt liest ein Buch“  besonders machen wird. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr von Anne Franks 70. Todestag, schaffen zahlreiche Frankfurter Institutionen, Buchhandlungen, Vereine und Privatpersonen Möglichkeiten, sich mit der Familie von Anne Frank zu befassen, die bis 1933 in Frankfurt verwurzelt war. Und auch damit muss Frankfurt sich auseinandersetzen: Frankfurt sei kein Ort des Widerstands gewesen, die Nazis hätten in Frankfurt starken Stimmenzuwachs gehabt, sagte Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth bei der Pressekonferenz zur Veranstaltung.    

Traurigerweise Mitte März im Alter von 89 Jahren verstorben ist nun auch der letzte direkte Verwandte von Anne Frank, ihr Cousin, der Eiskunstläufer und Schauspieler Buddy Elias, der bei einigen „Frankfurt liest ein Buch“-Veranstaltungen im April mitwirken wollte. Auf dem Buchcover von „Grüße und Küsse an alle“ ist Buddy Elias als kleiner Junge abgebildet.
Seine Frau Gerti Elias führte vergangenes Jahr die Frankfurter Regisseurin Hanna Laura Klar durch ihr Haus in der Herbstgasse in Basel. Dort auf dem Dachboden waren die mehr als zehntausend Briefe, Dokumente und Fotos gefunden worden, die den wunderbaren Erzählungen „Grüße und Küsse an alle“ von Mirjam Pressler die Grundlage boten.
Entstanden ist der Dokumentarfilm „Annes Cousin. Buddy Elias über Anne Frank“. Darin erzählt Buddy Elias sein Leben, seine Erinnerungen an Anne Frank und was ihn mit seiner Cousine verbunden hat. Beide Kinder seien wild und unternehmungslustig gewesen, hätten allerlei Unsinn gemacht und auf dem Eis getanzt, heißt es in einer Pressemitteilung über den Film von Hanna Laura Klar, der am 19. April im Deutschen Filmmuseum Premiere feiern wird.

Bereits am 25. März wird die Ausstellung „Annes Frankfurt“ im Haus am Dom eröffnet (18.30 Uhr). Um 19.30 Uhr gibt es dort auch eine Diskussionsrunde über den Wandel der Erinnerungskultur an Holocaust und Nationalsozialismus, über Erinnern mit und ohne Zeitzeugen und über Ziele und Aufgaben einer universalen Menschenrechtserziehung.

Das ganze Programm: http://www.frankfurt-liest-ein-buch.de/2015/programm/programm.html

(reinMein/dok)


Anzeigen

Wenn Ihnen die reinMein gefällt, bitte weitererzählen... 

reinMein-Twitter

reinMein-Facebook