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31.05.2011 14:00 Alter: 3 Monat(e)
Kategorien: Ideenreich

Regionalpark Portal Weilbacher Kiesgruben


Die gelben Ballons waren schon von der Autobahn aus zu sehen.

© Dörthe Krohn

Das neue Besucherzentrum des Regionalpark Portals Weilbacher Kiesgruben.

© Dörthe Krohn

Aussichtsturm Weilbacher Kiesgruben

Aussichtsturm © GRKW

Haus des Dichters

Haus des Dichters © GRKW

Kiesabbau

© Dörthe Krohn

Kiesabbau

© Dörthe Krohn

Ziegen weiden für den Landschaftsschutz

© Dörthe Krohn

Wildesel

© Dörthe Krohn

Ausstellung im Besucherzentrum: "Landschaft auf den zweiten Blick"

© Dörthe Krohn

Werden Sie doch auch Spaziergangswissenschaftler/in!

© Dörthe Krohn

Das Regionalpark-Besucherzentrum wurde am 29. Mai 2011 mit einem großen Fest eingeweiht. Es liegt direkt neben dem Naturschutzhaus, das sich bereits seit 1991 mit seinem Kursangebot, insbesondere für Kindergärten, Schulklassen, Lehrkräfte und Firmen, der Natur- und Umweltbildung widmet. Beide Einrichtungen nennen sich zukünftig zusammen "Regionalpark Portal Weilbacher Kiesgruben".

Zahlreiche Informationsstände über Freizeitmöglichkeiten vom Rheingau bis zum Main-Kinzig-Kreis und Mitmach-Angebote wie Rapsölpressen, eigene Haferflocken walzen, Kräuter mörsern, Kresse-Raupen basteln, dem Imker über die Schulter schauen oder aber sich über den „Naturgarten“ informieren erfreuten große und kleine Besucherinnen und Besucher. Der Teich neben dem Gebäude verführte mindestens zum Füßekühlen; manche Kinder tauchten an diesem sommerlaunigen warmen Tag gleich ganz ins erfrischende Nass ein, was allerdings zukünftig nicht erlaubt ist; der Teich ist nicht als Badesee gedacht. Die Wiese vor dem Gebäude ist im Kontrast zu der ja bereits langandauernden Trockenheit so grün und saftig, dass sie just verlegt zu sein scheint. Sonnenstühle darauf luden zum Verweilen ein, fast wie auf der hauseigenen Terrasse. Zukünftig sorgt die moderne Gastronomie „Zum Wilden Esel“ für eine Einkehrmöglichkeit. Bis zur offiziellen Eröffnung Mitte Juni muss man sich allerdings noch mit Frikadellenbrötchen und Brezeln begnügen.

Das Portal als Tor zu einer großen Freizeitregion

Seit den 60er-Jahren bis heute wird nahe Flörsheim-Weilbach Kies abgebaut. Die Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach mbh (GRKW) war 1980 gegründet worden, um den Kiesabbau in geordnete Bahnen zu lenken und die zerstörte, mondkraterartige Landschaft für Pflanzen, Tiere und Menschen wieder attraktiv zu machen. 1986 wurde ein Teil der Fläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Im Laufe der Jahre wurden Bäume gepflanzt, ausgekieste Gruben verfüllt, Beweidungsflächen geschaffen, kamen Kaschmirziegen und Kulane (Halbesel) sowie eine zunehmende Artenvielfalt, u.a. die vom Aussterben bedrohte Wechselkröte. Außerdem ist der Regionalpark ein Erholungsgebiet bei jeder Menge Freizeitspaß im Grünen.

Das Regionalpark-Portal ist wie ein Tor zu einem großen Freizeitgebiet. Am 11. September soll eine 190 km lange Rundroute von Friedrichsdorf über Oberursel, Steinbach, Kriftel, die Weilbacher Kiesgruben, die Mainspitze bei Ginsheim-Gustavsburg, runter bis Nauheim, weiter über Egelsbach, Rödermark, Offenbach (Wetterpark), Hanau (Kuranlage Wilhelmsbad) bis Bad Vilbel (Dottenfelder Hof) eröffnet werden. Im Besucherzentrum bekommt man Freizeitkarten für Fahrradausflüge von Hattersheim bis Gustavsburg mit allen Sehenswürdigkeiten auf den Strecken, die Route von Frankfurt bis zum Opelzoo, Karten bis Niddatal, Büdingen, Gelnhausen und viele mehr.

Auch eine Spazierwegekarte für die Kiesgrube selbst ist ausgelegt. Hier können sportliche Rollstuhlfahrerinnen und –fahrer alleine, andere mit Assistenz, auf fast allen, meist geschotterten oder betonierten Wegen, ebenfalls die Landschaft erkunden. Mehrere Aussichtstürme erlauben eine unverstellte Sicht auf das Naturschutzgebiet. Viele erklärende Tafeln vermitteln Hintergründe über die Tier- und Pflanzenwelt, doch es finden auch das ganze Jahr über Exkursionen:  Pflanzenspaziergänge, Themen-Wanderungen und –Radtouren mit Expertinnen und Experten im Regionalpark statt. Das Sommer-Programm bietet zudem Workshops (z.B. Bildhauerei mit Kai Wolf von der Künstlergemeinschaft PHRIX am 11./12.6.), Möbel und Objekte aus KUNST-Stoff mit Bettina Gebhardt (19.6.), sowie Angebote für Experimentierfreudige: Klettern, solare Basteleien, Brotaufstriche bereiten, Geocashing usw..

„Landschaft auf den zweiten Blick“

Im Besucherzentrum, Treppe oder Aufzug abwärts, sind Fotoinstallationen mit Motiven aus der Region zu betrachten. Wenn man lange hinschaut, regt sich plötzlich etwas in einigen Bildern, fährt unerwartet ein Zug durch die Landschaft, fliegt ein Vogelschwarm durch Bilder, bewegt sich ein kleiner Treck Wohnmobile durch das Feld - wenn man lange genug hinschaut. Die eigene Landschaftswahrnehmung ist vor allem durch ideale Landschaftsdarstellungen der einzelnen Kunstepochen geprägt. Aber warum sollte ein Windkraftrad nicht ebenso stimmungsvoll in der Abendsonne wirken wie eine alte Windmühle im Feld? „Warum ist Landschaft schön?“, fragt der Spaziergangswissenschaftler (!) Lucius Burckhardt. Traditionelle Kulturlandschaften der Metropolregion sind durchzogen mit sichtbaren, fühlbaren und hörbaren Zeugnissen städtischer Dynamik: Verkehrswegenetze, Energiewegenetze, Unterführungen, Brücken, Bebauungen jeglicher Art. Die Landschaft ist in Gebrauch, aber manchmal sogar stiller und ruhiger als erwartet.

Weitere Infos: www.weilbacher-kiesgruben.de, www.regionalpark-rheinmain.de

Text: Dörthe Krohn

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