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19.10.2010 19:31 Alter: 12 Monat(e)
Kategorien: Ideenreich

Philippinische Stockkampfkunst: schlagfertig und taktvoll


© Beate Hecker

© Beate Hecker

„Der Stock darf auch fallen“, sagt Beate Hecker, weil sie weiss, dass viele Menschen gerne von Anfang an perfekt sein wollen. Manche zucken zusammen, wenn der Rattanstock auf den Boden aufschlägt. Aber Stock fallen lassen, ein kurzer Schreck - das darf passieren. Wer sind wir, wenn wir angreifen oder uns verteidigen? Komme ich erst aus mir heraus, wenn ich angegangen werde oder mache ich bevorzugt den ersten Schritt?

Es gibt Regeln und es gibt Bewegungsabfolgen beim Philippinischen Stockkampf. Wie bei allen asiatischen Kampfsportarten wird sich zu Beginn vor dem Gegenüber verneigt. „Wir achten aufeinander und achten auf unsere eigenen Grenzen. Jede/r ist für sich selbst verantwortlich.“ Erste Lektion: mit dem Stock vertraut machen. Wie „begreife“ ich (im doppelten Wortsinn) den Stock? Koordination, z.B. von Links und Rechts, und Konzentration werden bei den Übungen gefordert. Im paarweisen Training, wenn die Stöcke für Augenblicke ihre werdenden Meisterinnen und Meister wechseln, kommt es auf eine gute Abstimmung an. Was der Trainerin stets dabei am Herzen liegt, ist die Entspannung durch Spaß an der Stockkampfkunst.    

Escrima ist die Stilrichtung, die die studierte Ethnoligin trainiert. Die Filippinos haben sich über Jahrhunderte gegen Eindringlinge, Eroberer und Piraten zur Wehr setzten müssen. Als Waffen dienten ihnen Rattanstöcke, denn diese seien leicht zu bekommen gewesen, da Rattan auf den Philippinen wächst, erklärt Beate Hecker. „Die Stockkämpfer schauten sich Techniken vom Schwertkampf der Spanier ab und machten sich so den Namen Escrima zu eigen (in Spanisch: esgrima=Fechtkunst). Kali ist der allgemeine Überbegriff für die regional unterschiedlichen Stile und Bezeichnungen (in Filipino: Ka=Hand und Li=Bewegung). Das besondere am Stockkampf ist, dass er relativ schnell erlernbar ist.“ 

Der eigener Stil der Mainzerin Hecker ist geprägt von ihren LehrerInnen Pia Andre, Petra Eischeid und Anthony Davis, die teilweise tänzerische Einflüsse hineinbrachten. Doch das rhythmische Element ist dem Stockkampf selbst eigen. 

Weil Beate Hecker nicht nur Stockkampf unterrichtet und tanzt, sondern auch Theaterpädagogin und Kommunikationstrainerin ist, hat sie außergewöhnliche  Kursangebote entwickelt, die über die Möglichkeit der Selbsterfahrung weit hinausreichen. 

Themenbezogene Semiare leitet sie besonders gerne. Beispielsweise hat sie gemeinsam mit einer Kollegin einen Wochenendworkshop mit der Überschrift „Theater und Globalisierung“ konzipiert. Hier ging es darum, Gedanken, Bilder, Meinungen, Assoziationen und die Selbstbetroffenheit zum Thema Globalisierung in einen kreativen Ausdruck zu überführen. Mithilfe der Arbeitsformen Körperarbeit, Schauspieltraining, Improvisationen, Entspannungs- und Atemübungen war am Ende eine gemeinsame Inszenierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entstanden. Wichtig ist Hecker, dass dabei innovativ und nicht moralisch vorgegangen wird. Die Gier kann sehr lustvoll sein und hat hier ebenso ihren Raum wie das Bedürfnis nach Gerechtigkeit. 

Jedes Thema, auch ein anscheinend trockenes, läßt sich in dieser Weise aufbereiten und umsetzen. Herausfordern würden Beate Hecker, die sich als Körpertherapeutin ausbilden lässt, die Finanzkrise und der Umgang mit Geld, aber auch technische oder naturwissenschaftliche Themen, die Raumfahrt und die Zukunft. Ihre KundInnen sind  Betriebe und Unternehmen, Studierende und politische Organsiationen. Ihr zentrales Anliegen dabei ist es, Gruppen in Prozesse zu bringen. 

In Schulen trägt sie mit ihren Kursen zur Gewaltprävantion bei, aber sie versteht diese als Querschnittaufgabe und vermeidet das Etikett. „Bei den Schülerinnen und Schülern“, so Hecker, „fühle ich erst ab, wo sie stehen. Manche haben ja bereits Gewalterfahrungen gemacht.“     

Seniorinnen und Senioren hingegen haben in der Regel Hemmungen, mit einem Stock zu schlagen. Es ist meist anerzogenes Verhalten, vor allem bei Frauen, oder es sind Kriegserlebnisse, weshalb die ältere Generation tendenziell zögert. 

Auch Erwachsenen mit Handicap möchte sie die Stockkampfkunst näher bringen. Erste Erfahrungen hat sie bereits gesammelt. Und eine integrative Kindergruppe in Frankfurt hatte sie als Trainerin gebucht. Die Mädchen und Jungen erzählten noch Monate später von ihren gewonnen Eindrücken. Heckers mehrjährige Tätigkeit in der Kinder- und Jugendarbeit kam hier voll zum Tragen.   

Beate Hecker übersetzt Kommunikationstheorien in Körperarbeit. Die  Fähigkeit des Zuhörens lässt sich beispielsweise im gegenseitigen Annehmen und Abgeben der Rattanstöcke, die beim Philippinischen Stockkampf eingesetzt werden, spiegeln. 

„Ich weiß was ich biete“ hat sie ihr Kommunikationstraining genannt, das sich an FreiberuflerInnen, Selbstständige und ExistenzgründerInnen richtet. „Gerade für die Kundenakquise, das Netzwerken und Messeauftritte sind eine gute Präsenz und klare Kommunikation wichtig. Das bedeutet nicht fehlerfrei sondern authentisch und bereit zu sein“, weiß Hecker.

Aktuelle Termine:

Stockkampfkunst- Rhythmus- und Tanz-Workshops, samstags 10 bis 12.30 Uhr im Welthaus, Rheinallee 79-81 in Mainz, Einzeltermin: 25 Euro, Dreier-Karte 60€ 

6.11.: Taktgefühl und Schlagfertigkeit: Körperperkussion und Trommelstöcke in der Bewegung

4.12.: Stockkampfkunst und die 5 Rhythmen

Danach geht es 2011 weiter.

Stockkampfkunst- Rhythmus- und Tanz-Kurs in der ESG, Am Gonsenheimer Spieß 1 in Mainz, freitags um 19.15 Uhr, 90 Minuten „Achtsamkeit und Stockkampfkunst“, Termine: 29.10., 5.11., 12.11.,  26.11., 3.12. und 17.12.2010 und weiter 2011, Einzeltermin 15 Euro, Siebener-Karte 95 Euro, vier Monate gültig

Darüber hinaus können Seminare mit Beate Hecker im gesamten Rhein Main Gebiet als Inhouse-Schulungen gebucht werden. Aber auch Kooperationen mit Gesundheitszentren oder anderen Veranstaltungsorten sind möglich. Thema, Arbeitsformen, Organisation und Honorar werden im persönlichen Gespräch geklärt.

Weitere Infos und Anmeldung: Beate Hecker, Tel.: 06131/678939, Hecker@ IKST-Mainz.de www.Beate-Hecker.de

Text: Dörthe Krohn

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