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01.04.2014 11:59 Alter: 7 Monat(e)
Kategorien: Ideenreich

Künstlerische Lichtwelten


"Lágrimas de São Pedro" von Vinícius Silva de Almeida, Foto: Dörthe Krohn

"Lightning Bug", Intermedia Design Hochschule Trier, Foto: Dörthe Krohn

"SurPlus" Intermedia- und Designstudent_innen der Hochschule Trier, Foto: Dörthe Krohn

"Hommage an die Glühbirne" im Palmenhaus des Palmengartens, von Paul Göschel aus Dresden, Foto: Dörthe Krohn

Seit Sonntagabend und noch bis Freitag bringen rund 180 Lichtinszenierungen in zahlreichen Gebäuden, an Fassaden, auf Plätzen, am Mainufer und sogar auf einem Schiff Licht ins Dunkle. Frankfurt und Offenbach sind permanent beleuchtet, was man durchaus kritisch sehen kann und sich unter dem Stichwort Lichtverschmutzung diskutieren ließe. Doch so kunstvoll leuchten die beiden Nachbarstädte nur temporär an den Luminale-Tagen. Zum siebten Mal nutzen internationale Lichtkünstlerinnen und -künstler die auf der parallel stattfindenden Messe „Light + Building“ angebotenen Technologien und zeigen eindrücklich, was die Branche drauf hat. Diverse Unternehmen, darunter auch Messe-Aussteller, unterstützen die Luminale-Projekte insbesondere noch unbekannter Künstlerinnen und Künstler, denen sich ein einmaliges Experimentierfeld bietet.

Die Bürogebäude in der Frankfurter City sind für viele Vorhaben eine hervorragende Projektionsfläche. Neben der Herberge für die ING-DiBa sowie dem Trianon, dem Gallileo-Hochhaus und dem Commerzbank-Tower oder dem Nextower ist erstmals das neue Kap Europa Luminale-Schauplatz. Das neue Kongresszentrum an der Messe soll Ende Mai eröffnet werden. Künstlerin Barbara Trautmann weist mit ihrem Leuchtstoffröhrenobjekt in die Zukunft und deutet Besucherströme an, die durchs Haus ziehen.

Ein Hotspot der diesjährigen Luminale und erstmals mit dabei ist die Naxoshalle. Hier taucht unter anderem im Werk „Lightscapes“ auch das Thema Lichtverschmutzung auf. Leuchtende Städte in der Nacht aus der Ferne betrachtet sind Bilder von faszinierender Schönheit. Gleichzeitig wirft die Installation von Troy Hyde die Frage auf, inwiefern diese künstlichen Lichtermeere die Umwelt beeinflussen, sie sich auf Pflanzen, Tiere und die Menschen auswirken. Schräg gegenüber von der Naxoshalle, nämlich  im Mousonturm, ist am 2. April der Film „Bulb Fiction“ (2012) des Regisseurs Christoph Mayr zu sehen, in dem es um das Quecksilber in den Energiesparlampen geht.
Täglich um 21.30 Uhr sind in der Naxoshalle tragbare beleuchtete Kleider aus Tokio zu bestaunen.

Um zwar nicht tragbares, aber dennoch leuchtendes Modedesign geht es unter anderem auch im Palmengarten. Studierende der Fachrichtung Modedesign der Hochschule Trier haben aus diversen Stoffen, u.a. alten Uniformen außergewöhnliche, meist voluminöse Roben geschneidert, deren schriller Pepp noch durch leuchtende Schnüre, kleine Lämpchen oder andere Effekte unterstrichen wird.
Wer eine ähnlich grandiose Luminale-Schau im Palmengarten wie etwa 2012 erwartet, wird allerdings enttäuscht. Dieses Jahr sind die Präsentationen bescheidener. Neben Hinguckern wie der Installation „Lágrimas de São Pedro“ des brasilianischen Künstlers Vinícius Silva de Almeida im Haus Rosenbrunn oder „Tramas“, der  Skulptur des ebenfalls aus Brasilien stammenden Künstlers Jose Antonio de Lima im Musikpavillon, sind kleinere Lichtwerke zu sehen. Die Ziffernanzeigen „in numbers“ registrieren die Blitzlichter der Scharen von (Hobby-)Fotografinnen und Fotografen, die durch den Garten streifen und laden zum Reflektieren ein: Warum drücke ich auf den Auslöser? Ebenfalls nachdenklich stimmt der Blick in den Miniatomreaktor. Elektronen rasen durchs Wasser, in dem sich die nuklearen Brennstäbe befinden, und lassen es blau leuchten. Zehn Sekunden ungeschützten Beobachtens dieser so genannten Tscherenkow-Strahlung sind bereits tödlich.  

Weitere Highlights der diesjährigen Luminale scheinen auf dem Börsenplatz, Römer, Vorplatz der Deutsche Bank-Türme oder in der Weißfrauenkirche. Auch sie ist erstmals Luminale-Ort und Präsentationsraum des Künstlerkollektivs RaumZeitPiraten.
Der Frankfurter Hauptbahnhof steht als Kathedrale der Mobilität im Fokus, aber auch die Stadtteile Höchst, Sachsenhausen Nord- und Ostend haben ihre Lichtshows. Ein besonderer Anziehungspunkt ist die neue, noch bis Freitag illuminierte Osthafenbrücke. Der Kunstverein Familie Montez feiert seinen neuen Standort unter der angrenzenden Honsellbrücke.

Das ganze Programm gibt es hier: www.luminale.de

Unter www.kulturothek-frankfurt.de können Stadtrundfahrten und Rundgänge während der Luminale gebucht werden.

(reinMein/dok)


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