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01.07.2010 12:24 Alter: 12 Monat(e)
Kategorien: Ideenreich

Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege


Foto der Denkmal Akademie. Arbeiten an einer Fachwerk-Fassade.

© DenkmalAkademie

Foto der Denkmal Akademie. Freiwillige Denkmalpflege in der Jugendbauhütte. Hier wird der Einsatz unterschiedlicher Werkzeuge gelernt.

© DenkmalAkademie

Junge Menschen zu einer intensiveren Beschäftigung mit dem kulturellen Erbe zu bewegen, ist der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ein besonderes Anliegen. Sie will der jungen Generation zeigen, dass Denkmalpflege ein Thema für sie sein kann. Die Begegnung mit Denkmalen eröffnet Jugendlichen Gestaltungsspielräume und entfaltet verschiedenste Talente, so dass Wahrnehmung und Wertschätzung für kulturelle Zeugnisse wachsen können. Wenn es gelingt, auch jungen Menschen die Faszination historischer Bauten, alter Handwerkstechniken und Bauweisen zu vermitteln, hat die Vergangenheit eine Zukunft.

Was ist das FJD?

Im Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege wird den Jugendlichen durch gezielte Theorie- und Praxisangebote Kenntnisse und Fertigkeiten in der Denkmalpflege vermittelt.

Während dieses einjährigen FJD bietet sich die Möglichkeit:

- sich mit Fragen der Denkmalpflege theoretisch und praktisch vertraut zu machen
- eigene Kenntnisse und Fähigkeiten praktisch zu erproben und neue zu erwerben
- Kontakte zu anderen Menschen im Erwerbsleben zu knüpfen
- sich im Berufsleben zu orientieren und einen eigenen Weg zu finden
- Möglichkeiten des persönlichen Engagements in der Gesellschaft kennen zu lernen.

Wie läuft das FJD ab?

Das FJD beginnt im September und dauert jeweils ein Jahr. Der Dienst wird als Freiwilliges Jahr in Anlehnung an die Bundesgesetze zum Freiweilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) gestaltet. Die praktische Durchführung des FJD liegt bei den ?Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten e.V." (ijgd). Sie sind ein bundesweit anerkannter und erfahrener Träger der Jugendhilfe, der seit Jahrzehnten das FSJ und FÖJ durchführt. 

Die Tätigkeit erfolgt an dezentralen Einsatzstellen. Die Einsatzstellen werden von den Jugendbauhüttenleitern geprüft und ausgewählt und der/die ?passende" Teilnehmer/in an die ?passende" Einsatzstelle vermittelt.
Unter anderem gibt es Plätze in:
- Architektur- und Planungsbüros
- Behörden der Denkmalpflege und der Bodendenkmalpflege
- denkmalpflegeorientierten Vereinen
- Handwerksbetrieben (bei Tischlern, Maurern, Restauratoren, Stukkateuren, Steinmetzen usw.)
- Museen und kulturellen Einrichtungen.

Während des Jahres finden Fortbildungsmaßnahmen statt. Hierzu gehören ein Einführungs- und ein Abschlussseminar sowie fünf Fachseminare in Zusammenarbeit mit verschiedenen Seminaranbietern. 

Schwerpunkte dieser sieben Seminarwochen sind beispielsweise:
- Theorie des Lehmbaus und anderer Handwerkstechniken
- Bauen mit Naturmaterialien (Naturfarbe, ökologische Wärmedämmung, etc.)
- Baustilkunde
- Denkmalpflege und Bauphysik
- Nutzung regenerativer Energien
- thematische Exkursionen.

Alle Seminare werden innerhalb eines Rahmenplanes zusammengestellt. Es gibt aber Raum für eigene Vorstellungen und Wünsche. Die Teilnahme an den Seminaren ist Pflicht und gilt als Arbeitszeit.

Wer kann mitmachen?

Voraussetzung ist die Bereitschaft, ein Jahr im Bereich der Denkmalpflege tätig zu sein. Besondere Schulabschlüsse und Ausbildungen sind nicht erforderlich. Die Schulpflicht muss allerdings erfüllt sein. Das FJD ist nicht mit einer Ausbildung gleichzusetzen. Ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege kann in der Regel zwischen dem vollendeten 16. und 26. Lebensjahr geleistet werden. Das FJD bietet die Möglichkeit, die Wartezeit auf einen Studien- oder Ausbildungsplatz sinnvoll zu nutzen. Nach Einzelfallprüfung kann es auf eine handwerkliche Ausbildung angerechnet werden. Das FJD ist als Wehrersatzdienst anerkannt.

Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Die von der Stiftung ins Leben gerufenen ?Jugendbauhütten" bieten seit einigen Jahren in der Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst e.V. (ijgd) den Rahmen für ein ?Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege". Anknüpfend an die Tradition der mittelalterlichen Bauhütten bietet diese Sonderform des Freiwilligen Sozialen Jahres praktische Erfahrungen und eine erste berufliche sowie persönliche Orientierung. Im Rahmen eines Jahres können Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren in Handwerks- und Baubetrieben, bei Architektur- und Planungsbüros oder Denkmalbehörden mitarbeiten. In Seminaren werden begleitend Stil- und Materialkunde, Forschungs- und Arbeitsmethoden, Grundlagen der Denkmalpflege sowie die Bedeutung des europäischen Kulturerbes vermittelt. Unabhängig vom späteren Berufsweg nehmen die Jugendlichen die Erfahrung im Umgang mit Geschichte, Originalsubstanz und ihren handwerklichen Fähigkeiten mit.

Bislang wurden zwölf Jugendbauhütten eingerichtet:
in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern), Romrod (Hessen), Duisburg/Raesfeld und Soest (beide Nordrhein-Westfalen), Görlitz (Sachsen), Mühlhausen (Thüringen), Quedlinburg (Sachsen-Anhalt), Berlin/Brandenburg und Stralsund/Szczecin (Mecklenburg-Vorpommern und Polen). Im September 2009 wurden drei weitere Jugendbauhütten in Regensburg (Bayern), Stade (Niedersachsen) und speziell für die Gartendenkmalpflege mit Sitz in Potsdam eröffnet.

Zwölf Jugendbauhütten sind eine große Chance, Jugendliche für die Bewahrung des kulturellen Erbes zu begeistern. Sie sind aber auch eine Herausforderung für den Träger: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sichert finanziell die Existenz der Jugendbauhütten. Sie trägt alle Kosten, die nicht durch Zuschüsse von Bund, Ländern, Kommunen und anderen Stiftungen gedeckt werden, das sind 150.000 bis 200.000 Euro pro Jahr und Jugendbauhütte. Auch die Einsatzstellen leisten einen Beitrag. Die Zukunft der Jugendbauhütten wird jedoch ganz wesentlich von der finanziellen Absicherung durch weitere Spenden, Stiftungen und der gesetzlichen Anerkennung abhängen.

Weitere Informationen: Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz e.V.
Herrn Dr. Norbert Heinen
Koblenzer Straße 75
53177 Bonn
jugendbauhuetten@denkmalschutz.de

Die DenkmalAkademie (in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz)

Die DenkmalAkademie e. V. ist ein eingetragener Verein, der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gegründet wurde. Zweck der Akademie ist die berufliche und allgemeine Weiterbildung im Denkmalschutz. Dazu veranstaltet sie Seminare, Tagungen und Workshops für Experten, die sich beruflich weiterbilden wollen (Handwerker, Architekten, Restauratoren, Behördenmitarbeiter und denkmalverwandte Berufe).
Darüber hinaus informiert die Akademie Bau-Laien wie Eigentümer, Bewohner oder Verwalter über die Möglichkeiten zur Erneuerungen beziehungsweise Instandsetzungen ihres Altbaus.

Seit 2002 führt die Akademie auch zahlreiche Veranstaltungen für Kunst- und Kulturinteressierte durch, um so das Bewusstsein für die Leistungen der Denkmalpflege zu fördern. Besonders beliebt sind dabei die Seminarreisen und Exkursionen, die unter fachlich qualifizierter Leitung durchgeführt werden.
Durch die unterschiedlichen Zielgruppen besitzt die Akademie ein breites Seminar- und Veranstaltungsangebot. Dies fördert auch den Austausch zwischen den unterschiedlichen Gruppen: Seit den ersten Seminaren bis heute hat sich so ein Netzwerk aus Auftraggebern und Auftragnehmern, Experten, Dozenten und Laien gebildet, das Teilnehmern und Absolventen neben dem persönlichen Kennen lernen eine ideale Möglichkeit zum Austausch bietet.

Kontakt:

DenkmalAkademie
Altes Schloss Höchst
65929 Frankfurt a.M.
Tel.: (069) 34 00 78 61-0
Fax: (069) 34 00 78 61-9

Bei der Peterskirche 5a
02826 Görlitz
Tel.: (03581) 64 99 33-0
Fax: (03581) 64 99 33-9

Schloss Romrod
36329 Romrod
Tel.: (06636) 9 18 19-00
Fax: (06636) 9 18 19-19

www.denkmalakademie.de

info@denkmalakademie.de

Text: Deutsche DenkmalAkademie

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