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06.07.2013 00:00 Alter: 6 Monat(e)
Kategorien: Horizont

Zwischen Zimtgebäck, Wachablösung und Herzlichkeit


Stockholm liegt auf 14 Inseln. Deshalb gehören Schiffe zum Stadtbild. © Silvie Gerganow

Rondo, Klippan und Billy sind hier, genauso wie das Bällebad, die Bleistifte und der Hot-Dog-Stand. All das gibt es zwar auch in Deutschland, dafür steht man hier in der Kungens kurva in Skärholmen 15 Kilometer südlich von Stockholm in der größten Filiale des weltbekannten schwedischen Einrichtungskonzerns. Ein kostenloser Shuttle-Bus bringt die Kunden werktags Stunde für Stunde von der Innenstadt (Vasagatan 18) zum Einkaufsparadies. Dabei muss man gar nicht so weit fahren, um ausgiebig shoppen zu gehen und sich wie im Paradies zu fühlen.

Der historische Stadtkern „Gamla Stan“ lädt zum Bummeln und Verweilen ein. © Silvie GerganowDafür reicht nämlich bereits ein Besuch in der historischen Altstadt von Stockholm: Gamla Stan. Verwunschene Gassen, Kopfsteinpflaster, Fackeln und viele schnuckelige Läden lassen ein malerisches mittelalterliches Ambiente entstehen. Noch nicht einmal einen Meter breit ist die schmalste Gasse dort („Mårten Trotzigs gränd“). An vielen Stellen lockt der Duft von frisch gebackenen kanel bullar (Zimtschnecken) Einheimische und Touristen gleichermaßen in die Cafés. Die meisten Bäcker stellen diese landestypische Köstlichkeit selbst her, deshalb schmeckt sie überall ein bisschen anders, dafür nicht minder lecker. Ein Muss für alle Schweden-Besucher. Wer Glück hat, bekommt sie noch leicht warm serviert, das ist ein himmlischer Genuss. Am meisten Trubel herrscht in der „Västerlåggatan“, denn hier laden Kreativware in den Boutiquen, Antiquitäten und Kunsthandwerk zum Shoppen ein. In Gamla Stan steht zudem das königliche Stadtschloss, das auch innen besichtigt werden kann. Der Wohnsitz der Königsfamilie ist allerdings das stilvollere Schloss Drottningholm, das sich ein paar Kilometer weiter westlich befindet. Nichtsdestotrotz ist die Wachablösung vor dem Stadtschloss ein wahrliches Spektakel. Hunderte Besucher lassen sich das nicht entgehen. Täglich um kurz nach 12 Uhr wechselt die Wachgarde, meistens wird die Zeremonie von einer Militärkapelle begleitet und ab und an sind auch noch Pferde mit von der Partie.Die Wachablösung vor dem Stadtschloss zieht jedes Mal viele Touristen an. Foto: Silvie Gerganow

Grundsätzlich gilt: Wer in Stockholm seinen Urlaub verbringt, dem steht nicht nur eine große Erlebnisvielfalt zur Verfügung, sondern auch eine Weltstadt mit herzlichen Bürgern. Die Stockholmer sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Wenn man nicht weiter weiß, einfach jemanden fragen. Die meisten sprechen gutes Englisch, manche sogar Deutsch. Eine Verständigung ist daher oft mühelos.
Stockholm ist auf 14 Inseln angesiedelt und dadurch automatisch mit Wasser und Natur verbunden. Gerade diese Begebenheit macht den erholsamen Charme von Schwedens Hauptstadt aus. Zahlreiche Parks und Freizeitanlagen sorgen für Entspannung und dienen als Fluchtpunkte vor der Alltagshektik. Viele Stockholmer nutzen ihre Arbeitspausen, um Sport zu treiben, mit einem Boot eine Runde zu drehen oder spazieren zu gehen. Hier ist man gerne an der frischen Luft – zu jeder Jahreszeit. Im Freizeitpark „Gröna Lund Tivoli“ geht die Post ab. © Silvie Gerganow

Etwas mehr Zeit einplanen sollte man für den Besuch des ältesten Freizeitparks Schwedens „Gröna Lund Tivoli“, der seit 1883 Jung und Alt auf der Insel Djurgården mit Attraktionen bereichert. Am schnellsten gelangt man mit dem Wassertaxi dorthin, nach ein paar Minuten von Gamla Stan aus ist man bereits vor Ort. Achterbahnen, Karussells, Zuckerwatte, Popcorn, freier Fall, Wasserrutschen und Geisterbahn sorgen für Spaß und Abwechslung. In den Sommermonaten finden dort auch Varieté-Auftritte und Open-Air-Konzerte statt.

In der Saluhall verführen Delikatessen zum Schlemmen. © Silvie GerganowZiemlich bunt und sinnlich geht es in der Saluhall im Stadtteil Östermalm zu. Die alte Markthalle aus dem Jahr 1888 ist nicht nur architektonisch ein echtes Prachtexemplar, sondern auch ein Ort des Schlemmens und der Delikatessen. Schwedische Klassiker werden hier serviert und in den Auslagen reihen sich Fisch, Schalentiere, Obst und Gemüse aneinander.

Aber Stockholm hat nicht nur kulinarisch einiges zu bieten, sondern auch kulturell. Es gibt sehr viele Tanz-, Theater-, Film- und Musikangebote sowie eine ganze Reihe an sehenswerten Museen – zum Beispiel Junibacken (Galärvarvsvägen 8). Hier werden die Geschichten von Astrid Lindgren und anderen Autoren wieder lebendig. Kinder können in Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt umhertollen, treffen auf Karlsson vom Dach und Michel aus Lönneberga. Auf einem Märchenmarktplatz haben Pettersson und Findus ihr neues Zuhause und auf den Kindertheaterbühnen stehen täglich mehrere Vorstellungen auf dem Programm. Im Stadshuset findet jedes Jahr das Festbankett im Rahmen der Nobelpreisverleihng statt. © Silvie Gerganow

Interessant für Erwachsene dürften das Spritmuseum (Spirituosen-Museum, Kunstgalerie, Testraum, Bar und Restaurant unter einem Dach; Djurgårdsvägen 38-40) und das Vasa-Museum (Galärvarvsvägen 14 ) sein. Letzteres stellt das 1628 nach dem Stapellauf gesunkene Schiff Vasa aus, präsentiert historische Aspekte und den Ablauf der langwierigen Bergungsarbeiten.

Genug zu Fuß unterwegs, aber noch unternehmungslustig? Dann nichts wie ins Boot. Diverse Touren werden angeboten. Empfehlenswert ist eine Fahrt nach Drottningholm oder hinaus in die Schären, wo 30.000 kleine Inseln ein eindrucksvolles Landschaftsbild abgeben.

Allgemeine Tipps:

Nummer ziehen
Ganz egal, ob es sich um einen Bäcker oder Metzger, eine Behörde, Bank oder einen Informationsstand handelt – hier zieht jeder Kunde erst einmal eine Nummer, dann wird gewartet bis die Nummer ausgerufen oder angezeigt wird. Wer das Nummernziehen versäumt, kommt nicht dran. Also am besten immer gleich beim Betreten eines Ladens nach dem Automaten Ausschau halten. So geht alles seinen gerechten Gang.

REA
REA: Wer diese drei Buchstaben in einem Geschäft sieht, kann Schnäppchen schlagen. Preisnachlässe bis zu 60 Prozent gehören zur Normalität beim Schlussverkauf. Die meisten Geschäfte bieten ihren Kunden im Januar und im Juni satte Rabatte.

Stockholm-Card
Wer in kurzer Zeit viel erleben möchte in Schwedens Hauptstadt, der sollte sich die Stockholm-Card besorgen. Freien Eintritt gibt es damit in über 80 Museen und Attraktionen. Außerdem kann man den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen (auch hop-on / hop-off-Boote) und an speziellen Sightseeing-Touren gratis teilnehmen. 
Eine Tageskarte kostet zurzeit 495 schwedische Kronen (SEK), eine 48-Stunden Karte 650 SEK. Für drei Tage zahlt man 795, für fünf Tage 1050 SEK (10,00 SEK = 1,14 Euro). Zu kaufen gibt es die Karten bei der Tourist-Information vor Ort oder im Internet unter www.visitstockholm.com/de/stockholmcard/

Text und Fotos: Silvie Gerganow


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