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14.08.2011 00:00 Alter: 11 Monat(e)
Kategorien: Horizont

Gran Canaria – Thalasso, Aloe Vera, Algen und Natur


Die exotische Blütenpracht der Bougainvillea entfacht einen Farbenrausch von dunklem Violett bis hellem Rosa.

© Sonja Lehnert

Das ehemalige Fischerdörfchen Puerto de Mogán mit dem Beinamen “Venedig von Gran Canaria” schmückt sich farbenfroh mit bunten Fensterrahmen und einem Blütenmeer.

© Sonja Lehnert

Die kleine Bucht lädt  zum geruhsamen Sonnenbaden in Puerto de Mogán ein.

© Sonja Lehnert

Wie ein Dorf reihen sich die Häuser des Hotels Cordial Mogán Playa um zwei Poolanlagen.

© Sonja Lehnert

Im Garten des Cordial Mogán Playa sind die Pflanzen wie in einem botanischen Garten liebevoll beschriftet und erklärt.

© Sonja Lehnert

Ein geruhsamer Ort zum Genießen – das Restaurant des Cordial Mogán Playa liegt über einem Teich.

© Sonja Lehnert

Das private Jacuzzi im Lopesan Villa del Conde Resort teilt man nur mit dem Partner oder der Partnerin.

© Sonja Lehnert

Übergangslos scheint man im Lopesan Costa Meloneras Resort direkt vom Pool in den Ozean schwimmen zu können.

© Sonja Lehnert

Grandiose Architektur vom Empfang bis zum Pool im Sheraton Salobre Golf Resort & Spa.

© Sonja Lehnert

Mit Blick auf den Ozean, genießt man im Gloria Palace Amadores das Bad im wohltuend heilsamen Wasser des Thalasso Circuit.

© Sonja Lehnert

Kreisrund und als eine der sieben Kanarischen (Haupt-)Inseln, liegt Gran Canaria nur 210 Kilometer von der afrikanischen Küste, dafür aber 1.250 Kilometer vom europäischen Festland entfernt. Außer den Hauptinseln gehören noch sechs Nebeninseln zu den Kanaren.

Wie der gesamte Archipel ist Gran Canaria vulkanischen Ursprungs. 43 Prozent der insgesamt 1.532 Quadratkilometer zählenden Insel stehen unter Naturschutz. Außergewöhnlich sind die nah beieinander liegenden, unterschiedlichen Mikroklimazonen. Das kegelförmige Gebirgsmassiv im Inselinneren mit dem Pico del Pozo de las Nieves als höchste Erhebung (1.949 m) teilt die Insel in zwei Teile mit unterschiedlichen landschaftlichen und  klimatischen Bedingungen. Im Süden findet man weite Sandstrände und die Dünen von Maspalomas, im Südwesten fallen steile Felsklippen in den Atlantik ab und im Norden sind kleine (Stein-)Strände und Buchten zu finden. Dort herrschen für Wellenreiter wegen der starken Winde beste Bedingungen. Kurze Entfernungen trennen die warme Küste von den gemäßigten Zonen der Medianías mit Tälern und subtropischen Wäldern und den kühleren Gipfelgebieten. Weht aber der Kalima, kann höchste Warnstufe angesagt sein. Der Wind aus der Sahara bringt nicht nur Sand mit, sondern auch rasch steigende Temperaturen. Dann ist es mitunter lebensgefährlich, eine Wanderung im Gebirge zu unternehmen.

Ähnlich wie auf den Inseln Teneriffa und Lanzarote begann der Tourismus auf Gran Canaria schon früh Ende der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre mit den unübersehbaren Bausünden des Reise- und des damit zusammenhängenden Baubooms jener Jahre (Fuerteventura, La Palma und vor allem La Gomera und El Hierro haben diesen Boom so nie durchlebt). In der jüngsten Vergangenheit entstand aber im Rahmen eines neuen Bewusstseins für das Reisen ein Umdenken, das auch neue Möglichkeiten auf Gran Canaria schuf. Es ist nicht schwer, den touristischen Zentren zu entfliehen, denn es gibt über 300 Kilometer Wanderwege. Urlaub auf dem Land wird immer beliebter, auch durch die Renovierung und Verbesserung der verfügbaren Einrichtungen in den „casas rurales“ (Landhäuser). Wellness ist ein weiteres neues Thema auf der Insel, das mit Thalasso, Aloe Vera und Algen die Besucherinnen und Besucher anlockt, die ihr Augenmerk nicht nur auf Strände und Sonnenbaden richten. Schon lange beliebt sind die Möglichkeiten für mittel- und nordeuropäische Golfspielerinnen und -spieler, die besonders im europäischen Winter die milden Temperaturen der Kanaren schätzen.
Fast 60 der 236 Kilometer langen Küste sind Strände mit mehrheitlich hellem Sand. Am Strand von Maspalomas erheben sich die berühmten Dünen auf 250 Hektar.

Tourismus auf Gran Canaria

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Gran Canaria in europäischen Kreisen als attraktiver Urlaubsort immer beliebter für Menschen, die Erholung suchten. Schifffahrtsunternehmen haben diese Entwicklung schnell für sich genutzt und ihre Schiffe mit Kabinen ausgestattet, um Passagiere transportieren zu können. Diese Unternehmen haben erste Hotels auf der Insel erbaut, zu denen auch das Hotel Santa Catalina (1890) in Las Palmas de Gran Canaria gehörte. Dieses Hotel ist das einzige aus der Zeit der Anfänge des Tourismus, das heute noch geöffnet ist.

Seit dem Jahr 1912 verwalten die Kanarischen Inseln sich selbst. Dies war der Grundstein für die Entwicklung des Tourismus und den damit verbundenen Dienstleistungen. Man begann mit einer Reihe von Projekten, um die Infrastruktur zu verbessern, wie dem Bau des Flughafens, dem Anlegen von Stauseen und dem Bau des grundlegenden Autobahnnetzes auf der Insel. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verhinderten der erste und zweite Weltkrieg sowie der spanische Bürgerkrieg weiteres Wachstum. Nicht einmal die Eröffnung des damaligen Flughafens Gando (der erste Flughafen Gran Canarias) im Jahre 1930 konnte die Tourismusindustrie weiter vorantreiben. Erst gegen Ende der 1950er Jahre begann der Tourismus weiter zu wachsen.

Basierend auf dem Boom der sechziger Jahre wurde der Tourismus schließlich die Haupteinnahmequelle der Insel. Der Export von Bananen verlor an Bedeutung und ist auf dem EU-Bananenmarkt nur aufgrund von Subventionen und EU-Einfuhrsteuern für Bananen anderer Kontinente wettbewerbsfähig. In Deutschland gelten die kleinen schmackhaften Früchte als Delikatesse.

Wohltaten aus der Natur

Schon die ersten Touristen, die Gran Canaria besuchten, machten sich auf den Weg in die ganzjährige Sommerfrische, die Heilung für ihre Leiden versprach. Die natürlichen Gegebenheiten wie das jod- und mineralsalzhaltige Meerwasser, die milden, ausgeglichenen Temperaturen oder die Heilkraft der echten kanarischen Aloe Vera wurden genutzt.
Auch wenn es heute nicht mehr unbedingt Leiden sind, die gelindert werden müssen, rücken Körper und Seele und deren Erholung immer öfter in den Mittelpunkt der Urlaubszeit. Sich diese Zeit zu gönnen, kann bedeuten, ein paar Tage  in einem komfortablen Hotel zu verbringen, das über eine gut ausgestattete Wellness-Abteilung verfügt. Wählt man eins der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels, ist man bestens aufgehoben. Sie bieten alle neben hohem Komfort verschieden gesetzte Behandlungsschwerpunkte an. Das kann eine individuell abgestimmte Aromatherapie sein oder die Behandlung mit Aloe Vera, ein mineralisches Sprudelbad oder eine Algenpackung. Jeder Körperteil, vom Scheitel bis zur Sohle, kann gelockert, geknetet und gecremt werden. Die Hauptsache ist, dass auch die Seele mit einbezogen wird, das heißt: sich wohlfühlen und entspannen.

Dafür gibt es zum Beispiel den Thalasso Circuit, der mit Jacuzzi und Wasserstrahlern direkt die verhärteten Muskeln angeht. Es folgen das Inhalieren von mineralhaltigem Wasser, das die Atemorgane stärkt, kneippähnliche Rundgänge über Steine, die den Kreislauf ankurbeln. Zum Abschluss wird der „Rundgang“ mit einem weiten Blick über den Ozean während des Ausruhens gekrönt (Circuit im Corallium Thalasso des Lopesan Villa del Conde Resort).

Oder man wählt eine Aromaölmassage aus, deren Öle man selber bestimmt. Aus einer Reihe von verschiedenen Düften sucht man genau den (höchstens drei) heraus, der seinem momentanen Befinden am ehesten entspricht. In und mit dem wohltuenden Duft wird man behandelt und spürt, wie nach und nach bei „Cordial Antistress“ alle Anspannung abfällt (Behandlung im Cordial Mogán Playa).

Um diese Angebote zu bündeln und Gästen gezielt anbieten zu können, haben das Tourismuspatronat von Gran Canaria, Federación de empresarios de Hostelería y Turismo de Las Palmas und Unternehmen des ärztlichen und Touristiksektors im Jahr 2004 ein neues Projekt gestartet: Gran Canaria Spa, Wellness & Health. Das Projekt vereint die Bereiche Wellness mit den Spa- und Thalassotherapiezentren in 16 (First-Class-)Hotels, Appartements sowie einem unabhängigen Thalassotherapiezentrum und dem ärztlich-klinischen Sektor mit zwei großen, angesehenen Unternehmen im Bereich Medizin und Gesundheit.

Wohnen und Genießen

Liebreizend weiß, die Häuser mit bunten Fensterrahmen geschmückt, liegt das ehemalige Fischerdörfchen Puerto de Mogán am Ende einer grünen Felsenschlucht. Sein Hafen ragt hinaus in den Atlantischen Ozean, um den Strand schlängelt sich die Uferpromenade, die vielen Kanäle geben dem Ort den Beinamen „Venedig von Gran Canaria“. Hier vergisst man schnell die Bauruinen, die einem auf dem Weg vom Flughafen hierher begegnet sind. Ein paar Schritte vom Hafen entfernt liegt das Hotel Cordial Mogán Playa, eine Hotelanlage mitten in einem exotischen Garten. Wie in einem südländischen Dorf sind die Gebäude angeordnet, schmale Wege führen entlang liebevoll gepflegter Gärten, in denen die Pflanzen wie in einem botanischen Garten beschriftet und erklärt sind. Gleichzeitig informiert eine Ausgrabungsstätte auf dem Hotelgelände über die Geschichte des Ortes. Im Spa legt Maria Auxiliadora Badillo Barea sehr viel Wert auf die Nachhaltigkeit ihrer Behandlungen. Das Konzept entspricht dem der gesamten kleinen Hotelkette: den Gästen eine ganzheitliche Urlaubsphilosophie anzubieten, in Form von sehr persönlichem Engagement für die Gäste, gesundem Umfeld und gesunden Angeboten zum Wohlfühlen.

In Meloneras bietet das Lopesan Villa del Conde Resort absoluten Luxus. Wer den nur einmal im Corallium Thalasso genießen will, kann unabhängig vom Feriendomizil einen Tag im Spa-Luxus schwelgen, vielleicht eine Partnerbehandlung in einer der privaten Jacuzzi-Suiten wählen, mit einem Aloe-Wrap seidenweiche Haut erhalten und einen leichten Mittags-Snack mit Aloe-Drink auf der Terrasse mit Meerblick genießen.
Ein zweites Hotel der Lopesan-Häuser, das Lopesan Costa Meloneras Resort, ebenfalls in Meloneras, bietet zweifellos den spektakulärsten Pool der Kanaren – riesengroß und fast übergangslos mit dem Atlantik verschmolzen liegt er zwischen Palmen und exotischen Blüten. Doch auch das Spa ist nicht ohne: eine Salzhöhle des Himalaya, Kaltwasser Kneippbad, ein Ruheraum mit Wasserbetten, türkisches Hammam, afrikanische Sauna, Eiswelt und ein Schwebebad befriedigen jedes Spa-Bedürfnis – man fühlt sich wie tief im Inneren eines Berges, um dann in das warme Sonnenlicht am Pool zum Ausruhen zu kommen.

In einiger Entfernung zum Meer liegt das Sheraton Salobre Golf Resort & Spa. Es ist mit zwei Golfplätzen und 36 Loch die Adresse für Golfspielerinnen und -spieler. Bei klarem Wetter sieht man den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa. Die Anlage hat jede Menge Besonderheiten zu bieten. Die Architektur ist minimalistisch, so wie die umgebende Landschaft: gerade Linien, auch in der Innenarchitektur und im Design setzen sich bis zum höchsten Punkte des Geländes fort. Dort kann man den Cocktail im Pool genießen und es sich auf beeindruckenden Ruhestätten unter Baldachinen bequem machen. Aufgeschlossenheit zeigt sich im Zimmerangebot, das mit sinnlichen Arrangements Paare zu Kreativität in der Liebe animieren will. Das Aloe Spa geht mit sieben grundlegenden Wellnessangeboten auf die innere Schönheit, das Gleichgewicht, die Harmonie, das Wasser, die Vitalität, die Natur und die Ernährung ein.

In Puerto Rico erhebt sich direkt an der Steilküste das Gloria Palace Amadores und blickt direkt über den weiten Atlantik. Vom Thalasso Circuit wirft man mehr als einen Blick hinunter auf das bunte Treiben des Schiffsverkehrs. Glasboden-Boote tragen ihre Gäste über das klare Wasser, Jet-Skis jagen durch die Wellen, Segelboote gleiten souverän durch den ganzen Trubel und Yachten protzen mit ihren schicken Decks. Ein Stück entrückt, genießt man über all dem das Thalasso-Erlebnis, die Behandlung mit Algen oder ein mineralisches Sprudelbad.

Die Ankunft am Flughafen LPA, Las Palmas, im Osten der Insel ist entspannt. Entweder wird man vom Hotel-Shuttle abgeholt oder kann sich direkt im Gebäude den Schlüssel zum Mietwagen holen. Der Verkehr rollt vom Flughafen ohne großen Aufhebens bis in den Norden oder Nordwesten, die Insel ist nicht groß und man ist in kürzester Zeit am anderen Inselende, dort, wo auch die verstreut liegenden Fincas und kleinen Hotels zum Urlaub jenseits der Touristenströme einladen.

Besonderes auf Gran Canaria

Aloe Vera
Dem Klima und der Natur von Gran Canaria ist es zu verdanken, dass die Aloe Vera hier unter einzigartigen Bedingungen gedeiht. So kommt es, dass sie von vielen Fachleuten als die „reinste der Welt“ geschätzt wird.
Die Pflanze besitzt große therapeutische Eigenschaften, ihre Wundheilkraft und beruhigende Wirkung bei verschiedenen Leiden sind belegt. Sie ist eines der wertvollsten „Naturheilmittel“, die in den Gesundheits- und Wellnesszentren von Gran Canaria zum Einsatz kommen und ist Bestandteil vieler therapeutischer Behandlungen
Die Aloe Vera ist eine Pflanze, die ursprünglich von den Mittelatlantischen Inseln (Kanaren, Madeira, Kapverdische Inseln) und aus dem Nordwesten Afrikas stammt. Ihre medizinischen, kosmetischen und nahrhaften Eigenschaften machen aus ihr die weltweit am häufigsten verwendete Heilpflanze.

César Manrique
2012 jährt sich sein Todestag zum 20. Mal. Auch auf Gran Canaria ist der international renommierte Maler, Architekt, Landschaftsgestalter und Umweltschützer César Manrique, geboren auf Lanzarote, kein Unbekannter. Unter den abstrakten Künstlern genoss er das größte internationale Renommee; auf dem Archipel verehrt man ihn für seine fantasievollen Arbeiten und seine unermüdlichen Bemühungen zum Erhalt der kanarischen Kultur unter dem Druck des Massentourismus.

Agaete im Nordwesten
Im historischen Ortskern von Agaete haben Dutzende von Inselkünstlern ihre Spuren hinterlassen. Unbedingt besuchen sollte man  auch zwei natürliche Schätze im Gemeindegebiet: den Huerto de las Flores mit zahllosen exotischen Pflanzenarten und den Naturpark von Tamadaba, ein ausgedehntes Naturschutzgebiet. Ein Spaziergang durch Puerto de Las Nieves, den Hafen- und Strandbereich des Ortes, gewährt auch einen Blick auf den Finger Gottes (Dedo de Dios), eine fingerförmige Felsformation, die aus dem Meer ragt. Die Sonnenuntergänge mit der Silhouette des Teide auf Teneriffa im Hintergrund sind beeindruckend.

Inland und Gipfelgebiet
Der besondere Zauber Gran Canarias ist der große Landschaftsreichtum auf kleinstem Raum. Eine Tour ins Inselinnere führt in die Pinienwälder von Tejeda, in die mit den typisch kanarischen Balkonen versehenen Gasen von Teror und zum Naturwahrzeichen Gran Canarias, dem Roque Nublo, unterhalb des Pico del Pozo de Las Nieves, mit 1.949 Metern dem höchsten Berg der Insel. Eine spektakuläre Aussicht über den Kessel des Vulkans von Tejeda ist gewiss.

Käseparadies
Die delikaten kanarischen Käsesorten machen Gran Canaria zu einem kleinen Käseparadies. Neben dem vorzüglichen Ziegenkäse zählt auch der „Blütenkäse“, queso de flor, der mit den Blüten wilder Disteln fermentiert wird, zu den Spezialitäten – dazu, wie zu fast allen kanarischen Speisen: papas arrugadas (mit grobem Salz gekochte Kartoffeln in Schale) mit der beliebten mojo picón, der scharfen, würzigen Soße.

Detaillierte Informationen zum Wohlfühlurlaub gibt es unter www.grancanariawellness.com

Text: Sonja Lehnert

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