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14.01.2012 16:27 Alter: 10 Monat(e)
Kategorien: Horizont

300. Geburtstag vom Alten Fritz - Potsdam auf Spurensuche


Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci

Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci, gemalt von Adolph Menzel, © gemeinfrei

Friedrich der Große, 1763

Friedrich der Große, 1763, © SPSG, Foto: Wolfgang Pfauder

„Das Glück ist eine Frau, junger Mann“, sagt Friedrich der Große alias Schauspielerin Katharina Thalbach in der Fernsehdokumentation über den Monarchen, die am Montag, den 16. Januar 2012 um 22.45 Uhr noch einmal im Ersten zu sehen ist. „In meinem Land gibt es die Freiheit des Penis“. Friedrich II. zettelte Kriege so selbstverständlich an wie andere Hüte probieren, heißt es weiter in der Doku. „Eine Krone ist lediglich ein Hut, in den es hineinregnet“ ist ein überliefertes Friedrich-Zitat. Gemetzel und Schrecken hinterlässt er und über Frauen soll er gesagt haben: „Ich liebe das schöne Geschlecht, aber meine Liebe ist flatterhaft, ich will nur genießen, nachher verachte ich die Frauen.“ Was ist daran groß?

Am 24. Januar 1712, also vor 300 Jahren ist der Alte Fritz, Friedrich der Große, Friedrich der II. von Preußen im Berliner Stadtschloss geboren worden, doch vor allem die Potsdamerinnen und Potsdamer feiern diesen Geburtstag ausschweifend, denn gestorben ist Friedrich im Schloss Sanssouci – am 17. August 1786 in seinem Sessel. In einer von ihm schon zu Lebzeiten bestimmten Gruft im Schlosspark wollte er neben seinen Hunden beigesetzt werden, doch erst 1991 wurde ihm dieser Wunsch erfüllt. Vielseitige Facetten des Menschen und Herrschers werden beleuchtet. Die Abschaffung der Folter, Toleranz und Offenheit gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten, „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“, die Einführung der Pressefreiheit (wenn auch eingeschränkt) und der Kartoffel als Nahrungsmittel, der Bau von Schulen – auch das war Friedrich.

Eine „temporeiche Farce über das Ringen der Nachgeborenen um die politische Auslegung von Leben und Wirken des Großen Preußenkönigs“ hat der Berliner Autor Uwe Wilhelm geschrieben. Auch hier spielt eine Frau, nämlich Rita Feldmeier, den Fritz im Potsdamer Hans Otto Theater. Die Premiere von „Fritz! Ein Theaterspiel für den König von Preußen“ war am 12. Januar zum Auftakt des Jubeljahres. Weitere Spieltermine: www.hansottotheater.de

Auch das Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte leistet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fest für Friedrich“ Aufklärungsarbeit um die Person Friedrichs, z.B. mit Lesungen.

Im Klappentext des Buches "Bagatellen aus Berlin", herausgegeben von Günter Berger und  Julia Wassermann heißt es, dass die kleine Auswahl neu übersetzter Briefe Friedrichs II. an seine Lieblingsschwester Wilhelmine den Ton spielerischer Leichtigkeit und gespielten Understatements treffen soll, der diese vertraulich-familiäre Korrespondenz auszeichnet. „Doch unter der Oberfläche lässiger Eleganz und höfischer Liebenswürdigkeit blitzen nicht selten rücksichtslose Ambitionen auf die Thronfolge, blanker Zynismus angesichts des Ablebens auch engster Verwandter, Konkurrenzneid gegenüber kursächsischer Prachtentfaltung und verächtliche Blicke auf die Erzfeindin Maria Theresia hervor - das Ganze gewürzt mit launigen Bemerkungen über Gott und die Welt und klugen Ratschlägen an die Adresse der Schwester in Sachen Musik und Literatur.“ Eine Einführung des Autors und eine Szeneische Lesung der Briefe finden am 24. Januar im Kutschstall am Neuen Markt statt. www.hbpg.de

Am 24. Januar wird zudem die Ausstellung „Der falsche Fritz. Friedrich der II. im Film“ im Filmmuseum Potsdam eröffnet. Seit 1910 hatte der Alte Fritz 40 Film- und Fernsehauftritte. Filmvorführungen, Buchvorstellungen und Vorträge blicken auf den filmischen Umgang mit dem bekanntesten Preußenkönig. www.filmmuseum-potsdam.de

Die Ausstellung „Friederisiko“ im von ihm eigens geplanten Neuen Palais stellt die Lust am Risiko des Königs von Preußen heraus. Vom 28. April bis 28. Oktober 2012 werden in den teilweise erstmals zugänglichen und aufwendig restaurierten Sälen und Kabinetten des Neuen Palais sowie an ausgewählten Orten im Park Sanssouci Exponate und Kunstinstallationen gezeigt, die das politische und persönliche Denken und Handeln des Königs begreiflicher machen sollen. www.friederisiko.de

Jede Menge weitere Veranstaltungen krönen den Geburtstag Friedrichs. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verweist auch auf sein Leben und Wirken außerhalb Potsdams, www.spsg.de. Die Potsdamer Musikfestspiele im Juni widmen sich Friedrich unter dem Motto „Rührt euch!  Friedrich der Große, die Musik und Europa“, www.musikfestspiele-potsdam.de. Auch die Höfischen Festspiele engagieren sich besonders im Friedrich-Jahr, www.hoefische-festspiele.de. Highlight ist das in Zusammenarbeit mit der Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg entstandene barocke Pferdekarussell mit Livemusik, Tanz, Gesang und Artistik nach Vorbild des „Carrousel de Berlin“, das Friedrich der Große 1750 aufführen ließ. Es war zugleich das größte höfische Fest seiner Regentschaft. Schauplatz ist vom 19. bis 22. Juli die Weltkulturerbe-Kulisse vom Neuen Palais im Park Sanssouci, www.carrousel-de-sanssouci.de. Bis 31. Januar gibt es noch einen Frühbucher-Rabatt auf die Eintrittskarten.

Zum Hype des Festes um den Schöngeist gehört zudem das Friedrich-Musical. Auch hier macht man sich Gedanken, wer Friedrich eigentlich wirklich war und wie groß letzten Endes. In der Ankündigung heißt es: „Er ist der größte Herrscher seiner Zeit: Monarch, ruhmreicher Feldherr, begabter Musiker und Literat, in ganz Europa gleichsam verehrt und verachtet: Friedrich der Große. Doch hinter dem überlebensgroßen Bild des legendären Preußenkönigs verbirgt sich ein gebrochener Mensch, der sich auf dem Zenit seines Erfolges in sein Schloss Sanssouci zurückzieht und zu einem einsamen, alten Mann wird.“ www.friedrich-musical.de

Was Wahrheit ist und was Mythos - „Friedrich der Zweite von Preuszen  - KOMMT ZUR VERNUNFT!“ ist das Oberthema des Kulturlands Brandenburg, www.kulturland-brandenburg.de. Das Kabarett Potsdam zeigt „Friedrich, Freude, Eierschecke“ - ein preußisch-sächsisches Polit-Scharmützel, www.kabarett-potsdam.de. Friedrichs neue Flötentöne gibt es in jazziger Ausführung vom Musikerduo Katharina Hilpert und Günther „Baby“ Sommer am 23. Januar, www.querkultur.de, einen Tag vor dem Tag der Tage. Denn am 24. Januar heißt es dann „Happy Birthday, Friedrich!“ und Potsdam feiert in seiner historischen Innenstadt. Viele weitere Festbeiträge das ganze Jahr über sind auf www.friedrich300.eu zu finden.

Weitere Links:
www.potsdam.de

www.potsdamtourismus.de

www.reiseland-brandenburg.de

Gastro-Tipps:
Café Hundertwasser im Logenhaus: www.hundertwasser-potsdam.de

Vietnamesische Garküche: http://slimfoodpotsdam.de

Auch im reinMein-Gebiet kann man sich Informatives über Friedrich II. erschließen. Z.B. hier: Sonderausstellung im Lohrer Schulmuseum bis zum 20. Januar 2013: „Ein überragender nordischer Führer“? Friedrich der Große und das Dritte Reich. Ausführliche Infos gibt es hier.

Text: Dörthe Krohn




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