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30.12.2010 17:01 Alter: 8 Monat(e)
Kategorien: Heilquelle

Roter Faden für ein langes Leben


Carola Kleinschmidt: „Jung alt werden. Warum es sich mit 40 lohnt, an 80 zu denken“, 2010 im Ellert & Richter Verlag erschienen.

© Ellert & Richter Verlag

40 Jahre alt oder 40 Jahre jung? Auch wenn der Gewinn gesunden Verhaltens (ein Verhalten, das zu Gesundheit, Wohlbefinden, Zufriedenheit, gar Glück beiträgt) sich erst im höheren Alter deutlicher zeigt, ist es ratsam, spätestens um die 40 dafür Sorge zu tragen. Denn, so banal diese Einsicht auch erscheinen mag, nur bei guter Gesundheit lassen sich Vorhaben im Alter auch realisieren. Der weitere wesentliche Punkt in Carola Kleinschmidts Wegweiser „Jung alt werden. Warum es sich mit 40 lohnt, an 80 zu denken“, 2010 im Ellert & Richter Verlag erschienen, ist die individuelle Frage: Fit halten, aber für was?

Mit 40, so sehen es manche Psychologinnen und Psychologen, beginnt so etwas wie die „zweite Pubertät“. Die Aufbauphase des Lebens: Schule, Ausbildung, Beruf, Familiengründung, gegebenenfalls die Anschaffung eines Eigenheims, sind dann fortgeschritten oder sogar weitgehend abgeschlossen. Eine ideale Zeit für radikale Richtungswechsel. Manches ist unwiederbringlich vorbei, Lebensentscheidungen können nicht rückgängig gemacht werden. Es beginnt bei vielen Menschen eine Hinwendung zu den Innenansichten des individuellen Seins, eine Entdeckungsreise zu bisher verborgenen persönlichen Seiten, es regt sich der Wunsch nach mehr persönlichem Wachstum, das sich beispielsweise durch ein neues Freizeitinteresse oder eine berufliche Umorientierung ausdrücken kann. Es wird Zeit, sich auf ein langes Leben einzustellen und gegebenenfalls etwas dafür zu tun.

Das in unserer Gesellschaft überwiegend gelebte Drei-Phasen-Modell: Ausbildung – Arbeit – Ruhestand wird immer mehr durch einen Lebensstil abgelöst, der geprägt ist von lebenslangem Lernen. „Arbeiten bis ins hohe Alter bedeutet (…) nicht, dass man sich bis zum letzen Tag an irgendeinen ungeliebten Arbeitsplatz schleppt. Vielmehr geht es darum, immer wieder Interessen und Tätigkeiten zu entdecken und auszubauen und auf diese Weise im Idealfall lebenslang den passenden Job zu finden – Aktivität und Lust auf Lernen als Grundlage für das gute Leben.“ (S. 79) Das heißt wiederum nicht, bis ins hohe Alter andauernd in Aktion sein zu müssen. Zwischendurch innehalten und ausruhen gehört zu jeder Lebensphase, im Alter wohlmöglich ausgedehnter als in jungen Jahren.

Auch das im Alter zur Verfügung stehende Einkommen spielt eine Rolle für den späteren persönlichen Gestaltungsspielraum. Die Weichen für das Einkommen aus staatlicher Rente und privater Vorsorge werden bekanntlich in den Erwerbsjahren gestellt. „Zum Glück“, so Kleinschmidt, „gibt es inzwischen ein paar charmante  Ideen zum Leben mit wenig Geld.“ (S. 90) Dazu gehören Tauschbörsen, vor allem für Dienstleistungen, Seniorengenossenschaften oder Alten-Wohngemeinschaften. Zu letzterem Modell gehört eine in jüngeren Jahren begonnene Freundschaftspflege, möchte man nicht mit zunächst fremden Menschen zusammenziehen. Aber auch  gegenseitig bereichernde Nachbarschaftsverhältnisse in Mehrgenerationenhäusern können die Lebensqualität im Alter enorm steigern. Grundsätzlich macht es deshalb Sinn, „heute“ schon an eine barrierefreie Bauweise zu denken, damit älter werdende Mitbewohnerinnen und Mitbewohner bei zunehmenden körperlichen Einschränkungen nicht gezwungen sind, aus gut funktionierenden Hausgemeinschaften auszuziehen.

Die Themen, die jenseits des 40. Geburtstages ihren Auftritt hätten, nähmen bisher in unserer Gesellschaft keinen besonders großen Platz ein, hält die Diplom-Biologin und Journalistin Carola Kleinschmidt in ihrem Ausblick fest. Sie erinnert daran, sich nicht von Zukunftsängsten und Krisen lähmen zu lassen, sondern das eigene Leben aktiv zu gestalten und zu lenken. Und die Älteren und Alten sind nicht >die anderen<, „ sondern wir selbst – in einigen Jahren.“  (S. 221)

Zumindest das physische Lebensende wird, auch wenn die Lebenszeit sich insgesamt verlängert, kommen. Wer nicht vermeidet, den Tod anzuschauen, z.B. einen Menschen beim Sterben begleitet, wird die letzten Atemzüge eher nicht als Bedrohung empfinden. Auch dies ist eine Herausforderung, die sich um die Lebensmitte stellen kann, spätestens mit dem Sterben der eigenen Eltern.
Im Anhang des Buches hat die Autorin einen Selbsttest angelegt: „Wie gut passt mein (gegenwärtiger) Lebensstil zu einem langen Leben?“ Weckruf an alle, die noch keine (vollkommenen) „modernen Lebenskünstler“ sind. „Streichen Sie doch einmal probeweise die Sätze 'Dazu bin ich zu alt' und 'Die Chance habe ich einfach verpasst' aus ihrem Gedankenschatz und schauen, wie sich Ihr Leben dann anfühlt.“ (S. 228)

Etwa 30 Jahre leben wir durchschnittlich länger als unsere Ahninnen und Ahnen vor 100 Jahren. Mit vielen wissenschaftlichen Hintergrundinformationen, Beispielen und fruchtbaren Gedankengängen vergegenwärtigt Carola Kleinschmidt die große Chance auf ein erfüllendes Leben im Alter, das in einem erfüllten Leben um die 40 seinen Anfang nimmt.

Der rote Faden, der sich durch das eigene Leben zieht, ist das persönliche Interesse. Der rote Faden durch das Buch ist das Hineinschauen in die Lebensbereiche Gesundheit, Arbeit, Finanzen, Wohnen und Freundschaft sowie persönliche Entwicklung im Hinblick auf die Lebensphasen ab 40. „Lebenskunst kann man lernen“. Welche Aufgaben und  Situationen mit 40, 50, 60, 70 und 80 auf uns zukommen können und „gesunde“ Möglichkeiten des Umgangs damit, hat die 42-jährige Autorin in chronologisch angelegten Kapiteln in der zweiten Buchhälfte zusammengetragen.

ISBN 978-3-8319-0416-7

Text: Dörthe Krohn

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