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08.02.2013 00:00 Alter: 4 Monat(e)
Kategorien: Heilquelle

Die übers Feuer laufen


© Dörthe Krohn

Wer sich angemeldet hat, ist schon fast übers Feuer gelaufen. Getrost kann man sich Feuertrainer Claus Gabriel anvertrauen, der eine_n auf den Gang über die heiße Glut vorbereitet. „Ihr werdet mit den Hufen scharren, weil ihr endlich über die glühenden Kohlen laufen wollt“, verspricht er. Am letzten Januar-Wochenende 2013 fand das erste Feuerlauf-Seminar in Bad Camberg statt. 

Der Schnee hat sich auf der Wiese neben dem Hotel Waldschloss am Waldrand oberhalb von Bad Camberg wie ein dicker weißen Teppich ausgelegt. Nach den vielen frostigen Tagen und Nächsten knackt es beim Laufen, als zerträte man hauchdünne Glasplatten. Inmitten des Schneeteppichs hat Claus Gabriel ein Rechteck frei geschaufelt, lugen grüne Halme hervor. Der einsetzende Schneegriesel untermalt wie ein Kontrastprogramm das Vorhaben. Ein gutes Dutzend Williger gibt sich den Elementen hin und will nackten Fußes übers Feuer laufen; das Spüren eisiger Kälte unter den baren Sohlen ist im Winter inklusive. 

© Dörthe KrohnClaus Gabriel lief vor zweieinhalb Jahren bei einem Firmenevent zum ersten Mal übers Feuer. Ihn traf die Herausforderung  vollkommen unvorbereitet. Sich zu überwinden, um sich vor Kolleginnen und Kollegen nicht die Blöße zu geben, ist ein möglicher Grund, etwas zu tun, was einer/einem eigentlich als unmöglich erscheint. Doch wie viel persönliches Potenzial lässt sich erst entfalten, wenn man etwas  ganz für sich alleine schaffen will! Die Gründe für die Teilnahme an einem Feuerlauf sind vielfältig: Neugier, etwas verändern wollen, sich der Angst stellen, einen transformatorischen Prozess in Gang setzen, herausfinden, wofür man „brennt“ im Leben und das innere Feuer dafür entzünden, Körper, Geist und Seele „verschmelzen“, einen Kick erleben, Energie tanken, eine Last „verbrennen“ oder sich stählen nach dem Motto: Wer über Feuer laufen kann, den haut so schnell nichts um. Feuerläufe hat es schon vor mehreren tausend Jahren in unterschiedlichen Kulturen gegeben. Sie waren Teil der Jahreskreisfeierlichkeiten oder dienten der Heilung oder spirituellen Entwicklung.   . 

© Dörthe KrohnPersönlichkeitstrainer Claus Gabriel konzipierte ein Seminar, das idealerweise über den Feuerlauf hinaus in den Alltag der Menschen hineinwirken soll. Er stellt eine Technik zur Verfügung, die es der/dem einzelnen ermöglichen soll, auch andere Herausforderungen des Berufs- und Privatlebens oder brenzlige Situationen zu meistern. Jeder Mensch ist grundsätzlich fähig, Selbstzweifel, Unentschlossenheit oder eine negative Grundhaltung in das Gegenteil zu wandeln und jeder Mensch trägt quasi ein „Feuerlauf-Gen“ in sich. Mit Tanzen, Erfahrungsberichten, Geschichten und Traumreisen kitzelt Claus Gabriel die Lebensfreude und das Selbstvertrauen seiner Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer hervor. „Das schaffst du nicht.“ „Das wird nichts.“ „Das geht nicht.“ Diesen und anderen destruktiven Programmierungen im Unterbewusstsein, die Menschen davon abhalten, Neues zu wagen, ungewöhnliche Wege zu gehen oder anders als gewöhnlich zu handeln, rückt der Feuerlauf-Trainer auf die Pelle. Jede_r kreiert sich einen persönlichen Kraftanker, der bei Bedarf ausgeworfen werden kann, so auch, wenn es darum geht, den ersten Schritt auf die glühenden Kohlen zu setzen. Die Gruppe im Rücken soll das eigene Vorhaben unterstützen.

© Dörthe KrohnDer Scheiterhaufen wird von Helfern der Freiwilligen Feuerwehr fachkundig gestapelt. Die Feuerläufer_innen stopfen zerknülltes Zeitungspapier in die Ritzen, verteilen ein paar Flaschen Brennspiritus darauf und in Sekundenschnelle brennt ein riesiges Feuer lichterloh auf dem schneebedeckten Hang. Der Wind treibt die Funken wie eine Fahne seitlich himmelwärts. „Das sind unsere Wünsche.“, sagt eine Teilnehmerin. Das Feuer wärmt, sodass man trotz der Kälte lange stehenbleiben und hineinschauen könnte. Nach etwa zwei Stunden sind die beeindruckenden Flammen zu einem Haufen Kohlen geschrumpft. Mit Schaufeln und Haken wird eine circa fünf Meter lange Laufbahn ausgebreitet und werden große Kohlestücke zerkleinert. Warme, gut durchblutet Füße schreiten zielstrebig über samtige, mehrere hundert Grad heiße Glut und bleiben unversehrt. 

Es ist geschafft, alle haben sich überwunden, fallen sich in die Arme. Manche gehen ein zweites, ein drittes Mal…

Ein nächstes Mal wird es am  16. März 2013 in Bad Camberg geben. Teilnehmen können Erstläufer_innen ebenso wie Wiederholer_innen.  Infos und Anmeldung:  www.clausgabriel.de

Text und Fotos: Dörthe Krohn

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