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01.07.2010 00:00 Alter: 9 Monat(e)
Kategorien: Gesellschaft

Lebenslanges Lernen?!


© Maria de Fátima Mendes-Romão

© Freilichtmuseum Hessenpark

Der Begriff beschreibt etwas, das wie das Atmen oder Essen stattfindet, vorausgesetzt, frau/mann geht mit offenen Sinnen durch das Leben und die Welt. Es  findet statt, wenn Sie in unserer reinMein einen für Sie neuen Blickwinkel finden und sich ihn bewußt merken. Lebenslanges Lernen ist das Erwerben von Wissen und Fähigkeiten von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter hinein, wobei sich das Lernen zwischen passivem (beobachten, verstehen) und aktivem (absichtsvollem, handlungsorientiertem) Lernen unterscheidet. Die differenzierten entwicklungspychologischen Phasen in der Kindheit und Jugend fordern Bezugspersonen und Lehrende heraus, Kinder und Jugendliche altersgemäß anzusprechen. Die Erwachsenenbildung hat ihre eigenen Organisationsformen (z.B. eLearning, Uni 3. Lebensalter).

Das Lernen kann institutionell organisiert sein, z.B. wenn Sie bereits im Berufsleben stehen und sich eine von der Arbeitgeberin/vom Arbeitgeber mitfinanzierte Weiterbildung gönnen oder eine Fortbildung ihre Kenntnisse aktualisiert, spezialisiert oder ergänzt. Oder aber außerschulisch, vor den Türen, anstatt in der Volkshochschule oder außerhalb privater Bildungseinrichtungen oder jenseits des staatlichen Bildungssystems, z.B. in einem privat organisierten "Salon" im Stile Rahel Levin-Varnhagens (bekannteste deutsche Salonière, lebte 1771-1833). 

Lebenslanges Lernen ist auch soziales Lernen, das Lernen, sich in bestimmten Rollen zurechtzufinden, Werte anzueignen, zu üben, zu leben. Es ist zu Beginn des Lebens und in Folge immer auch, das Lernen selbst zu lernen. Es stellt sich die Fragenkette: Was will ich? Was will ich darüber wissen? Woher bekomme ich das Wissen darüber? Was bin ich für ein Lerntyp (visuell, akustisch, kinetisch, intern dialogisch, in unterschiedlicher Kombination und Verteilung)? Mit welcher Methode kann ich mir das Wissen aneignen und dauerhaft erhalten?

Lebenslanges Lernen hat vor dem Hintergrund der Beschäftigungsfähigkeit an Bedeutung gewonnen und setzt auf die Bereitschaft und die Informationskompetenz der/des Einzelnen, sich für den Arbeitsmarkt fit zu halten. Die Zukunftsforscherin Imke Keicher machte in der ersten reinMein-Printausgabe Mut, in die eigenen Talente zu investieren. "Dafür muss ich mich selbst kennenlernen, worin besteht mein unverwechselbarer Mix aus Stärken und Leidenschaften, in welchem Umfeld bin ich am besten, mit welchen Menschen will ich zusammenarbeiten, was brauche ich, um eine Tätigkeit zu finden, die sowohl das Einkommen sichert als auch sinnstiftend ist?".
Der an den individuellen Ressourcen orientierte Bildungsansatz steht in einem gesellschaftlichen Zusammenhang. In einer in unserem Land sich im Wandel befindlichen Arbeitskultur sind zunehmend kreatives Denken und Handeln, konsequente Eigenverantwortung und Freude an der Arbeit im Fokus.

Lernen ist hierzulande ein Lernen dürfen, ein individuelles Freiheitsrecht, ein ganz persönliches Vergnügen, für manche/n gar der Hochgenuss der menschlichen Beschäftigungspalette. Lernen ist meistens die Voraussetzung für ein notwendiges Einkommen. Lernen "um zu", um einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, um eigene und die Bedürfnisse andere erfüllen zu können, ja. Aber Lernen ausschließlich, um ökonomisch verwertbare Arbeit zu verrichten, dies würde eine Verarmung sowohl des gemeinschaftlichen Wissens  als auch der individuellen Lebensvielfalt bedeuten.

Auswendig lernen für gute Noten, das Abitur innerhalb von 12 Schuljahren (G8) und das immer verschultere und schnellere Studieren an den Universitäten bringen die Gefahr mit sich, dass die Lust am Wissen-wollen, die Lust am Lernen und die Lust am eigenständigen und eigenmächtigen Denken, sich nicht weiterentwickeln kann oder verloren geht.

Lebenslanges Lernen bedeutet auch, im alltäglichen Leben immer wieder dazuzulernen. Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen und Beiträge zum Oberthema Lebenslanges Lernen: Lern- und Lehrmethoden, Bildungseinrichtungen, Ihre Erfahrungen und Standpunkte, Bildungsthemen etc. aus allen vier Bundesländern des reinMein-Gebiets. Senden Sie mir eine Mail an: doerthe.krohn@reinmein.info.

Ihre, im Augenblick den Umgang mit dem neuen CMS lernende, Dörthe Krohn


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