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15.10.2011 22:57 Alter: 7 Monat(e)
Kategorien: Gesellschaft

"Empört euch!" – Aufstand gegen die Großbanken


© Dörthe Krohn

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© Dörthe Krohn

Rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger nahmen heute, am 15. Oktober 2011, an einer Demonstration vor der Europäischen Zentralbank teil und nutzten zahlreich das offene Mikrophon, um ihre Empörung kundzutun. Es könne nicht sein, dass Banken die Gewinne privatisieren, aber die Schulden verstaatlichen, so ein Teilnehmer. Die Großbanken zu zerschlagen und zu vergesellschaften ist eine der Forderungen von Attac." Eine erneute bedingungslose Bankenrettung wäre Demokratieraub. Räuber wären die Regierungen, die trotz ihres Bekenntnisses zur Regulierung der Finanzmärkte nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 nicht gehandelt haben“, sagte Max Bank vom Attac-Koordinierungskreis.

Eine Frau empörte sich darüber, dass einige Frankfurter Schulgebäude marode seien und kein Geld dafür vorhanden sei, diese instand zu setzen. Dafür solle man die Steuergelder verwenden, nicht um Banken zu retten.“Das System kümmert sich nicht um meine Zukunft“, hält ein Mädchen ein Plakat hoch. Die sich weiter auftürmenden staatlichen Schuldenberge müssen schließlich von ihrer und nachfolgenden Generationen abgetragen werden.   

Die Veranstalter, u.a. Attac, Occupy Frankfurt und Indignados Frankfurt, haben die Genehmigung der Stadt erhalten, zehn Zelte aufzuschlagen. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass wir weder den Banken, noch der Politik, noch den Märkten, noch der Wirtschaft ausgeliefert sind. Wir als Volk haben eine Stimme – wir können etwas verändern“, sagte Wolfram Siener, Pressesprecher von Occupy Frankfurt am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Und so wollen einige friedlich, nach dem Vorbild von Madrid (im Mai campten überwiegend junge Spanierinnen und Spanier auf dem Platz Puerta del Sol aus Protest gegen den Umgang ihrer Regierung mit der Wirtschaftskrise)  und der Wall Street Occupy-Bewegung (aktueller, friedlicher Dauerprotest in der New Yorker Wall Street), vor der EZB campieren. "Ob in Frankfurt oder London, New York oder Madrid, Kairo oder Tel Aviv: Wir sind Teil einer globalen Bewegung, die vor allem eines eint: der Kampf gegen soziale Ungleichheit und für eine Gesellschaft, die allen Menschen echte demokratische Teilhabe ermöglicht", so Max Bank.

Ein Teilnehmer erinnert daran, dass der Kreis der Empörten angesichts der Tragweite dessen, was auf den Finanzmärkten vor sich geht und wie die Staatsverschuldungen um sich greifen, noch viel zu klein ist. „Korrupte Menschen fürchten uns, die Ehrlichen unterstützen uns und die Mutigen schließen sich uns an!“, so die Botschaft einer Plakatträgerin.

Weltweiter Protest heute am 15. Oktober

www.occupyfrankfurt.de

www.attac.de

(dk)

In der reinMein-Oktober-Ausgabe vor einem Jahr befasste sich unsere Autorin Margret Trimborn mit der Frage "Sinneswandel bei den Bankern?"


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